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#11
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Liebe Erika, liebe Nicole und all ihr anderen Lieben,
das war schon nicht so prickelnd heute. Das Gute war, dass ich die Chemo bekommen konnte. Das ist schon was wert. Das Schlechte war, was hinterher passierte. Ich hatte das Vinorelbin intus und bevor ich noch ein viertel Literchen Kochsalz bekam, wollte ich abgestöpselt werden um noch mal zur Toilette zu gehen. So weit so gut, aber dann war es wie ein Krampf in meiner Brust, tat mir richtig weh, so als ob die Speiseröhre sich total verkrampft und außerdem meine beide Seiten und die Oberarme, dazu kam eine leichte Übelkeit und Luftnot. Mir ging es nicht gut. Obwohl mir nicht zu warm warm, hatte ich Schweiß auf der Stirn. Ich hatte gewaltig Schiss. Zum Glück war Onkodok zur Stelle. Abgehorcht, abgeklopft, EKG angeordnet. Mein Herz ist ok. Wenn es nach Onkodok gegangen wäre, hätte ich auch gleich noch ein Ct bekommen. Zum Glück ging das nicht mehr, denn es war schon 10 vor 6. Onkodok hatte Angst, dass es eine Lungenembolie sein könnte und ließ mich nur mit dem Versprechen nach Hause, sofort ins krankenhaus zu genen, wenn die Luftnot stärker wird. Mir ging es noch immer nicht gut, aber ich war froh nach Hause zu können. Wobei ich wirklich ins Krankenhaus gefahren wäre, wenn meine Luftnot schlimmer geworden wäre. Meine Sauerstoffsättigung lag bei 92%. Geht besser, geht aber auch schlechter. Für eine ganz liebe Freundin noch ein paar andere Werte. Neutrophile absolut: 1,6 c/nl. Das ist schon mal besser als 0,3. Die Leukos sind bei 3,2 c/nl, die Thrombos bei 204 c/nl. Liebe Freundin, wie Du siehst, habe ich mir zu Herzen genommen, dass Du immer die Einheiten möchtest. Inzwischen geht es mir wieder so gut, dass ich keine Angst mehr habe. Aber irgendwie war das doch eine ganz schöne Scheixxe. Denn ich brauche die Chemo. Ich muss sie vertragen. Mensch, Leute ich gebe mir so viel Mühe. Aber das nützt nichts. Wir alle kämpfen gegen einen absolut unfairen Gegner. Wisst ihr was? Als die Tablette der Studie versagte, habe ich mir gesagt, dass ich nun genug von der Krankheit habe und wieder gesund werden will. Ich habe es mit so einer Art Selbsthypnose versucht. Man liest ja immer wieder in einigen Büchern, dass die Vorstellung gewaltig helfen soll. Alles Quark. Krebs ist nicht so. Man ist nicht schuld und man kann es nicht beeinflussen. Vielleicht in geringem Maße, indem man versucht alles richtig zu machen. Aber letztlich bringt auch das nicht viel. Im Moment bin ich sehr traurig, ganz einfach, weil ich mir von der Chemo mehr versprochen habe, als mich schlecht zu fühlen. Aber auch das geht vorbei. Seid alle ganz herzlich gegrüßt Christel |
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