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Du fehlst...
Hallo zusammen,
jetzt bin ich doch hier, wo ich nie hinwollte. Aber das wollte hier sicherlich keiner... Ich habe zwar schon einige bekannte Namen gesehen, will mich aber kurz vorstellen. Mein Name ist Thomas, ich bin 33 Jahre alt und Vater zweier Kinder (eine Tochter, 6 Jahre alt und einen Sohn, 2 Jahre alt). Am 22.08.2014 habe ich meine Frau nach gut einjährigem Kampf gegen den Krebs verloren. Die komplette Geschichte steht im Angehörigen-Forum: http://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=62024. Zusammengefasst (soweit es geht) hier die wichtigsten Punkte: Ende Juli 2013 zum ersten Mal was ertastet, nach Untersuchungsmarathon OP Anfang August. Da stand noch nicht fest, was es nun ist. 10 endlose Tage später die Diagnose Myxoides Liposarkom. Da nicht komplett alles entfernt wurde, begann anschließend die Chemo. Nach dem zweiten Zyklus musste diese abgebrochen werden, da sie eine Sepsis und eine sehr schmerzhafte Nekrose am Po hatte (insgesamt 6 Wochen Krankenhaus, davon 3 Wochen ITS). Danach Pflege zu Hause, im Januar sollte eine abgeschwächte Chemo fortgeführt werden. Im Dezember wieder was getastet - stellte sich als Rezidiv heraus. Zwischen Weihnachten und Neujahr begann dann die besagte Chemo. Im Januar/Februar waren wir guter Dinge, da die Ärztin uns Hoffnung machte. Im März folgte eine große OP, in der Tumormassen entfernt und Brachysonden eingesetzt wurden. In der Voruntersuchung stellte sich schon raus, dass die Chemo im Januar/Februar nix gebracht hatte... Anschließend gab es Brachytherapie und normale Bestrahlung. Zum Schluss ambulant, was schon wieder fast wie ein normales Leben war. Bis Ende Mai ein Darmverschluss dazukam. Not-OP, dabei Beschädigung von Nerven des rechten Beins. Danach war Laufen kaum noch möglich, was wir aber langsam wieder übten. Ebenfalls problematisch war die Ernährung. Meine Frau war schon sehr abgemagert... Anfang Juli wieder zu Hause, täglich kam der Pflegedienst wg. künstlicher Ernährung und wir kämpften um eine Reha, da ja im September die Einschulung unserer Tochter vor der Tür stand. Irgendwie sah meine Frau in all dem keinen Sinn mehr und nahm Ende Juli Schlaftabletten. Ich bemerkte es noch und rief den Notarzt. Anschließend ITS-Aufenthalt (inkl. Sepsis). Um die Lebensqualtität zu verbessern, sollte ein Bluterguss im Bauchraum operativ entfernt werden. Dieser drückte auf den magen und wir erhofften uns, dass sie wieder essen kann. Aber es kam alles anders... Es gab etliche Not-OP's, da es immer wieder blutete. Zwischendurch immer wieder künstliches Koma. Schuld waren Tumore, die einfach diffus bluteten. Das ließ sich nicht wirklich in den Griff kriegen. Am Ende versagte noch die eine Niere, die sie noch hatte. Ich verbrachte die letzte Nacht an ihrem Bett und als sie ging, waren ich und ihre Eltern bei ihr. Es war der 22.08. um 9.30 Uhr... Am 30.08. folgte die Beerdigung und am 06.09. mussten wir unsere Tochter ohne sie einschulen. Soweit erst mal... Ist doch etwas lang geworden... LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Ein bekannter Name möchte dich herzlich Willkommen heißen in unseren Reihen! Ja wer wollte schon hier her niemand! Heut ist es bei euch genau ein Monat! Ich hoffe dir geht's einigermaßen? Wie geht's den beiden Mäusen? Es ist alles nicht so einfach! Lg mausi |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas,
ich sitze im Büro an meinem Schreibtisch und heule Rotz und Wasser. Es tut mir wahnsinnig leid. Ich hoffe deiner Frau geht es gut, da wo sie jetzt ist! Alles Liebe! Antonia |
AW: Du fehlst...
Hallo Mausi,
Du hast recht. Ich hätte das jetzt gar nicht auf dem Schirm gehabt. Genau ein Monat... Die Große macht sich ganz gut in der Schule. Hat schon zwei Lobkärtchen mitgebracht. Sie ist ganz lieb und fleißig... Ab und an hat sie auch schon mal ihre Gefühle rausgelassen, was ja anfangs gar nicht möglich war. Am Samstag haben wir den ersten Termin für die Kundertrauergruppe. Mal sehen... Der Kleine ist weiterhin der Schelm, der er vorher war. Er freut sich, wenn er Bilder von Mama sieht und sagt dann aber auch gleich "Mama im Himmel". Habe am Grab ein Bild von ihr angebracht, das küsst er immer, wenn wir dort sind... Die beiden lenken einen gut ab. Da kommt man nicht viel zum Nachdenken. Aber wenn man dann zur Ruhe kommt, dann geht es wieder los... Naja, da muss ich jetzt durch. Hab am Freitag Termin bei der Trauerbegleitung, das wird nochmal emotional. Ab nächsten Montag will ich wieder arbeiten. LG Thomas Ups, da war Antonia schneller als ich. Liebe Grüße auch an Dich! Lese ab und zu auch still bei dir mit. |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas,
auch ich begrüße dich hier im Hinterbliebenen-Forum und freue mich, dass du unsere Runde erweiterst. Ja, du hast Recht, hier will wohl keiner hin, aber leider hatten wir keine Wahl. In vielem was du schreibst, erkenne ich mich wieder. Wir haben 3 Kinder, die schon groß bzw. größer sind. Es lenkt aber. Ich danke dem lieben Gott, jeden Tag dafür, dass er uns die 3 Kinder gegeben hat und ich nun nicht ganz allein da stehe. Es macht vieles einfacher. Man ist tagsüber abgelenkt, auch wenn meine Kinder schon 21, 20 und 15 sind. Letzte Woche war mein erster Besuch in einem Trauercafe (nur Frauen), ob es mir was bringt, kann ich noch nicht sagen, die meisten Frauen haben einen Verlust schon vor längerer Zeit erlitten und haben vielleicht ganz andere Themen ... abwarten. Ich werde nunmehr eine Gesprächstherapie bei einer Psychologin beginnen, um das Geschehene, besonders der Sterbeprozess hier zu Hause, aufzuarbeiten. Ansonsten weiß ich gar nicht ob ich traurig bin, einfach nur erleichtert, dass mein Mann es geschafft hat, ich glaube, ich bin irgendwie innerlich tot. Aber das alles wird sicherlich geklärt werden. Arbeiten werde ich ab dem 01.10.2014 auch wieder, erst mal für 4 Stunden in Wiedereingliederung. Ich denke, ein wenig Ablenkung wird mir gut tun. Wie geht es dir sonst? Du sagst mit den Abenden hast du so deine Probleme. Kannst du denn schlafen, durchschlafen? Ich freue mich von dir zu hören. LG Heike |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Ich kann es gar nicht vergessen, deine Annika ist genau zwei Monate nach meine Mama gegangen. Bei uns sind es heut drei Monate ein viertel Jahr, wo rennt die Zeit hin? Mir kommt es vor als wäre es erst gestern gewesen! Es freut mich sehr das Lara sich so super in der Schule macht. In wie weit sie den Verlust ihrer geliebten Mami verarbeitet wird die Zeit zeigen oder auch die Kindertrauergruppe. Ich finde es toll das es sowas gibt und ich wünsche der kleinen Maus, das man ihr da auf kindliche Weise helfen kann! Wie schon mal geschrieben ist der kleine zum Glück noch zu klein um zu realisieren das er die Mami verloren hat. Es ist doch gut, wenn die zwei die so schön ablenken. Aber wie du schon schreibst, wenn du zur Ruhe kommst kommt die Traurigkeit und du machst das einzigst richtige du lässt es zu! Euern Hochzeitstag so zu verbringen war für dich enorm schwer, aber du scheinst das alles sehr bewusst so gemacht zu haben, auch ein weg mit der Trauer klar zu kommen! Ich habe deine Stärke schon während eures Kampfes bewundert. Du machst das alles super! Annika wäre sehr stolz auf dich!!! Lg mausi |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
ein herzliches Willkommen im Hinterbliebenenforum. Es tut mir sehr leid, dass auch du nun diese Runde erweitern musst. Die Resilienzfähigkeit von Kindern ist beachtlich, dennoch halte ich deinen eingeschlagenen Weg, einer Begleitung von außen, für sehr wichtig. Auch unsere Jungs können sich in der Therapie viel besser öffnen und manches von der Seele reden. Zuhause haben sie das Bestreben, uns nicht zusätzlich zu belasten und damit vermeintlich noch trauriger zu machen. Dir wünsche ich viel Kraft und hoffe, dass dir das Schreiben in diesem Forum ein wenig seelische Entlastung bringt. Herzliche Grüße Simi |
AW: Du fehlst...
Hallo nochmal,
ich sag ja: Alles bekannte Namen... Leider treffen wir uns alle hier wieder. Ich danke euch für eure lieben Worte, teilweise kamen da schon wieder die Tränen... Ja, abends ist es schwierig. Wenn die Kinder schlafen und man zur Ruhe kommt. Aber seit 2 bis 3 Tagen habe ich auch oft zwischendurch meine Hänger. Einschlafen ist da eher schwierig. Während der ganzen Krankheit habe ich geschlafen wie ein Stein, hingelegt und Augen zu, fertig. Seit Annika's Tod ist das nicht mehr so. Der Kopf kann nicht so richtig abschalten. Wenn ich doch mal pünktlich einschlafe und werden dann nachts wach, wars das... Tabletten will ich aber nicht nehmen. Habe ich die ganze Zeit nicht. Muss ja auch da sein, wenn ein Kind sich nachts meldet. Habe mich heute mit dem Thema kur beschäftigt. Das OK vom Arbeitgeber hab ich ja schon und der Hausarzt würde das auch befürworten. Werde morgen mal ein bisschen rumtelefonieren. Achso. Hab mir vorgenommen, in den nächsten Wochen den Thread zu benutzen, um nochmal alles aufzuarbeiten. Mal sehen, wie ich es hinkrieg und ob es mir was bringt... LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Kur hört sich gut an! Deine Schilderungen nachts schlecht schlafen oder nicht einschlafen können, die Hänger zwischen durch kommt mir alles bekannt vor. Habe ich alles bei meinen Papa miterlebt! Es ist nicht nur die Trauer die du bewältigen musst, nein auch die ganzen letzten Monate musst du verarbeiten! Es ist wie ein Trauma. Du kommst jetzt immer mehr zur Ruhe und dadurch sind die Gedanken in der Zeit als ihr noch gekämpft habt und das große loch was Annika's Tod hinterlassen hat! Das alles muss aufgearbeitet werden. Ich denke eine kur würde dir wirklich gut tun! Ich wünsche dir alles liebe! :remybussi Mausi |
AW: Du fehlst...
So, wie "angedroht", will ich mal beginnen, alles aufzuarbeiten. Ich hoffe dass es mir hilft, die Gedanken zu sortieren und wieder einen Schritt nach vorn in der Trauerbewältigung zu machen...
Teil 1 -> Wie alles begann... Annika und ich kommen aus dem selben Dorf. Daher kennt man sich schon in der Kindheit. Da sie 3,5 Jahre älter war als ich, hatten wir aber nicht sooo viele Berührungspunkte. Näher kamen wir uns 1999. Ich war 18, sie 21. Wir hatten uns für die Disco verabredt und verbrachten dort auch (mit mehreren Freunden) einen schönen Abend. Nach ein paar tagen ging ich zu ihr, da öffnete mir ihre Mutter und sagte, sie wäre bei ihrem Freund. Den hätte sie doch am Wochenende in der Disco kennengelernt... Das wars erstmal. Im Sommer kam dann die Volksfest-Zeit. Jedes Wochenende in einem anderen Ort und bei einem der Feste trafen wir uns auf der Tanzfläche und gingen danach raus zum Erzählen. Danach trafen wir uns öfters "zufällig", bis wir dann auch mal zusammen irgendwo hinfuhren. Richtig gefunkt hat es dann am 18.Juli 1999. Ich weiß es noch wie gestern. Wir waren zwei Orte weiter bei einem Volksfest. Ich gestand ihr, dass ich mich verliebt ahbe, sie war aber noch etwas reserviert. Dann war es aber so, dass unser Fahrer mit einem Mädchen wegfuhr und wir keine Rückfahrmöglichkeit hatten. Also mussten wir zu Fuß gehen. Es waren ungefähr 6 km. Während wir gingen, ging die Sonne auf, es war total romantisch. So kam es morgens um 5 vor ihrer Tür zum ersten Kuss.... Nun ja, später stand ich immer öfters bei ihr auf der Matte. Meistens ging ich erst morgens nach Hause, frisch machen und los zur Arbeit. So ging das einige Zeit, bis wir 2003 unser eigenes Nest bauten. Wir bauten das Dachgeschoß in ihrem Elternhaus für uns aus. Es ist sehr schön geworden, mit vielen Balken usw. Es war wirklich unser Nest. Wir kamen ganz gut klar, vorher haben wir ja beide nicht außerhalb vom Hotel Mama gewohnt. Sie ging mit sehr viel Engagement ihrem Beruf nach. Sie war Arzthelferin in einer kleine Allgemein-Praxis. Sie liebte ihren Beruf und die Patienten. Gerade zu den älteren Leuten hatte sie einen guten Draht. Wir hatten schöne Urlaube, waren oft in der Türkei, einmal auch auf Zypern und auch in Thailand. Dann kam so langsam der Wunsch nach einem Kind. Anfangs klappte es nicht, weshalb wir auch einige Untersuchungen haben über uns ergehen lassen. Aber als im April 2007 gegenüber von unserem Haus auf dem Giebel der Kirche ein Storch saß, muss das das Startzeichen gewesen sein. Hört sich blöd an, war aber so. Danach war sie schwanger. Und sie war gerne schwanger... Bevor das Kind kam, heirateten wir noch. Sie war eine wunderschöne Braut. Die Haare in einem schönen Rot-Ton gefärbt, das Kleid, oh mein Gott, was habe ich sie geliebt... Anschließend flogen wir nach Paris in die Flitterwochen. Alles schon mit kleinem Bäuchlein... Dann eines abends im Januar 2008 lag sie auf der Couch und sagte "Schatz, ich glaub ich lauf aus..." Wir beide so. "Was machen wir denn jetzt?" Total wie blöde... "Wir rufen mal unten an..." Naja, dann ging es ins Krankenhaus, Tasche war auch noch nicht gepackt... Die ganze Nacht passierte noch nix, erst am nächsten Morgen kam unsere Tochter zur Welt. Ich war dabei und wir waren so stolz und glücklich. Annika nahm anderthalb Jahre Elternzeit und genoss es in vollen Zügen, Mama zu sein. Sie war mit Leib und Seele Mama. Unsere Tochter entwickelte sich prächtig, kam in die Kita und meine Frau musste sich wegen der Schließung ihrer Praxis einen neue Stelle suchen. Sie fand auch wieder was ähnliches. Allerdings war da das Klima mit der Chefin nicht so toll. Wenn sie nicht so eine nette Kollegin und die vielen netten Patienten gehabt hätte, hätte sie dort hingeschmissen. Dann kam der Wunsch, ein zweites Kind zu kriegen. Irgendwann besuchte sie mich auf Arbeit mit einem Paket blauer Babystrümpfe. Da wusste ich bescheid. Wir hatten uns zwar ein Mädchen gewünscht, aber ok, es wurde ein Junge. Auch gut. Dass er uns so viel Freude machen würde, konnten wir noch nicht ahnen.. Seine Geburt war jedenfalls relativ spektakulär. Errechnet für Ende Dezember. Wir hofften, dass es nicht Weihnachten passiert. Das klappte. Dann hofften wir, dass er noch bis ins neue Jahr wartet, auch geklappt. Am 4. Januar 2012 sollte dann eingeleitet werden. Morgens hin, sie bekam das wehenfördernde Zeug und... nix. Mittags nochmal und... wieder nix. Nachmittags bin ich erstmal gefahren. Um 22:00 Uhr rief sie mich an. Sie liegt am Wehenschreiber und es passiert immer noch nichts. Wird wohl heute nix mehr. Eine halbe Stunde später rief sie wieder an, total hysterisch, es geht los... Ich ins Auto, ab ins KH. Auf der Entbindungsstation ein Gewusel... Morgens hieß es noch "Sie können sich den Kreißsaal aussuchen, ist nix los". Jetzt zwei Notkaiserschnitte und eine normale Entbindung, alle Kreißsäle belegt. Ich griff mir irgendeine Schwester und fragte nach meiner Frau. Sie sagte mir, dass unser Nachwuchs schon schneller war... Sie hatte ihn im Wehenschreiber-Zimmer bekommen. Durch den Streß hatte keiner so richtig Zeit und so lag sie dort ewig rum, bis mal jemand kam und mal die ganze "Sauerei" wegmachte. Die Geschichte haben wir so oft erzählt... Auch hier nahm sie wieder anderthalb Jahre Elternzeit (ich übrigens auch immer den ersten Monat). In der Zeit hat sie den Job bei der einen Ärztin hingeschmissen. Wir suchten dann im Sommer letzten Jahres wieder mal eine neue Stelle. Die Freude war groß, dass ein Allgemeinmediziner in der Nähe eine Arzthelferin suchte. Ich fuhr sie zum Vorstellungsgespräch und irgendwie passte die Chemie von Anfang an. Sie arbeitete einen Tag Probe und bekam den Job. Da wussten wir noch nicht, wie wichtig der Arzt noch für uns werden würde... Das ganze Team war während er gesamten Zeit total rührig und wir bekamen jede erdenkliche Hilfe. Wenn ich heute dort hinkomme, werde ich auch erstmal von allen dort gedrückt. Und das, obwohl sie nur einen Tag Probe arbeitete... Wir fuhren nochmal an die Ostsee, bevor es wieder Ernst wurde. Dort klagte sie über Rückenschmerzen. Sie dachte, sie hätte sich verhoben, als sie mal wieder den Jungen rumschleppte, weil der Herr zu faul zum Laufen war... Dann bekam sie weitere Bauchschmerzen, die erstmal mit Schmerzmitteln behandelt wurden. Ende Juli 2013 saß sie im Garten auf der Hollywoodschaukel und zog ein Bein hoch und sagte, dass diese Position weh tut und sie was im Bauch spürt. Wir sagten, dass sie zum Frauenarzt soll um das zu klären. Also fuhr sie dorthin. Die Ärztin vermutete nach der Ultraschall-Untersuchung einen verkapselten Blinddarm (sie war ja erst im März dort und da war noch nix zu sehen). Überweisung ins KH, um das genauer abzuklären. Ich nahm mir frei und fuhr sie dorthin. Wie das bei einer Ambulanz so ist, wartet man die ganze Zeit... Am Ende des Tages wurde sie stationär aufgenommen, damit eine Bauchspiegelung gemacht werden kann. Die wurde dann auch gemacht, aber anschließend musste sie komischerweise am nächsten Tag zum CT. Der Hammer war, dass das nicht in dem KH gemacht wurde und man da hinfahren musste. Einen Tag nach der Bauchspiegelung hat der Arzt sie dort ALLEINE mit dem Taxi hingeschickt. Mit Urinbeutel in der Hand, sie konnte kaum krauchen und dann sowas.. Das Ende vom Lied war, dass es hieß, da ist was, aber wir wissen nicht was es ist. Wir haben Angst, da irgendwas verkehrt zu machen und überweisen sie an die Spezialisten der Uniklinik. Melden sie sich nächste Woche dort... Von da an nahm das Unheil seinen Lauf... Für jetzt reicht's erstmal. Wenn ich demnächst mal wieder Lust habe, geht es weiter.. |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
zunächst einmal mein herzliches Beileid. Es ist eine sehr schlimme Geschichte. Ich hoffe, dass Ihr von den Verwandten genug Unterstützung bekommt. Liebe Grüße Hermann |
AW: Du fehlst...
Hallo,
danke Herrmann für Deine Worte. Ja, hab viel Unterstützung durch die Familie... Das Thema Kur ist auf einem guten Weg. Habe mit der Klinik telefoniert wegen freier Termine und das dann bei der Krankenkasse auf den Weg gebracht. Nächste Woche kriege ich die Unterlagen vom Arzt und dann geht der Antrag los. Wenn alles klappt, geht es dann Mitte Mai 2015 (ja noch ein bisschen hin...) nach Sellin auf Rügen. Der Termin passt mir aber ganz gut. Lt. Klinik sollte wenigstens ein halbes Jahr zwischen Verlust und Kur liegen. Und im Winter ist das sicherlich nicht so schön (wäre sowieso nix mehr frei...). LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
erstmal mein herzliches Beileid für Annika. Ich wünsche Dir und deine Kinder viel Kraft für die Zukunft und hoffe, dass ihr sehr lang Gesund bleiben werdet. ich heiß Mouri und komme aus Frankreich, bin aber seit nun 8 Jahren in Deutschland. Ich bin auf diese Seite gestoßen, denn mein Bruder (40, 41 anfang Oktober) hat auch Krebs. Was mich aber noch dazu Sorge gemacht hat, ist das es ähnlich wie bei deiner Geschichte aussieht : Es wurde auch letztes Jahr, auch Ende Juli 2013, festgestellt, dass er ein Tumor im Bauch hat. Die Ärzte wussten auch erstmal nicht, was er genauer hat. Sie wollen ihn nicht operieren, denn Sie meinten, wenn es nur 0,1% davon gibt, es wird wieder kommen. Sie haben deswegen von Anfang an mit Chemo begonnen. Das ging bis Januar/Februar. Dann war wieder da Ende Mai/Anfang Juni. Nach meiner Anweisung, hat er mit einer Wasserdiät begonnen. Das hat 23 Tage (!!) gedauert. Ich kenne zwei Personen, die so was gemacht haben, und es geht heute ihnen viel Besser! Habe einen Bericht darüber auf Arte gesehen, und 2/3 der Personen die so was gemacht haben, ging es Ihnen danach besser! Scheinbar gehört er zu dem 1/3... Er hat seitdem wieder Chemo bekommen. Ich habe ihn in Frankreich das letzte Mal Ende August gesehen. Soweit ging alles gut (wir haben uns sogar gestritten....) Heute habe ich meine Schwester angerufen, weil sie Geburtstag hat. Sie hat mir geboten, Ende Oktober uns bei meinen Eltern zu treffen (bin schon dort Anfang Oktober, wollte aber nur bis Mitte Oktober bleiben). Als ich ihr sagte, dass es schwierig für mich ist, dies zu planen, sagte sie mir, dass die Ärzte wissen nicht für wie lange noch er hat zu leben. Sie sagte mir, sein Zustand hat sich verschlechtert. Vor ungefähr 1h30 sagte sie mir, dass er ein Liposarkom hat. Deswegen bin ich jetzt hier. Als ich deine komplette Geschichte gelesen habe, sind mir die Tränen gefallen. Ich weiß nicht genauer, was er hat, denn mein Bruder mag nicht Informationen angeben. Er ist so stolz, und will nicht, dass wir uns sorgen machen. Keiner weißt Bescheid, nur ich (seit kurzem), ein paar Freunde und meine Schwester. Meine Eltern wissen schon, dass er Krebst hat, aber ahnen nicht (vielleicht doch meine Mutter, denn sie fängt an ab und zu zu weinen), dass es so schlimm sei.. Wir hoffen noch, dass es andere Lösungen sind, habe sogar gelesen, dass er noch über 10 Jahre weiterleben kann. Aber seit deinem Bericht und der von Igelin76 mache ich mich jetzt große Sorge... |
AW: Du fehlst...
Hallo mourie,
Dank dir für deine Anteilnahme. Mir tut es leid für euch, dass ihr auch betroffen seid. Hat denn die Chemo eine Verbesserung gebracht? Oder anders: Wäre mittlerweile an eine op zu denken? Es ist ja so, das jeder Fall einzigartig ist. Man kann nicht von einem Fall auf den anderen schließen. Ich kann dir nur meine Erfahrungen mitgeben. Dieses Biest ist wirklich selten, daher wissen viele Ärzte gar nicht mit umzugehen. In Deutschland gibt es dafür spezielle Sarkom-Zentren, die nur auf so was spezialisiert sind. Vielleicht gibt es das in Frankreich auch... Ansonsten war es bei uns so, dass das Liposarkom hochgradig aggressiv war. Im Nachgang kommt es mir auch so vor, als ob es nach jeder op schlimmer wurde... Wenn du irgendwas wissen willst, meld dich einfach... LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
vielen Dank für deine Antwort. Ja in Frankreich sind es auch Sarkom-Zentrum. Der erste Zyklus (6 Chemo innerhalb 4/5 Monate oder 6, weiß ich nicht genauer, denn er verrät nichts!) hat was gebracht, denn das war praktisch verschwunden, und er war wie vorher und konnte wieder ganz normal leben (und uns mittlerweile auch nerven :o). Ich dachte der zweite Zyklus wäre genauso gewesen. Wie gesagt habe heute die Nachricht bekommen, dass seine Lage sich verschlechtert hat. Ich wollte mit ihm sprechen er ist aber nicht erreichbar. Am Wochenende werde ich mehr davon wissen. Wenn ich da welche Frage habe, melde ich mich dann bei dir. Vielen Dank dafür! |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
ich schreibe so viel über Verlust, Trauer und Leid - dabei ist mir entgangen, das du jetzt auch in dieser Situation bist. - Ich hoffe du nimmst mir das nicht übel und es ist noch nicht zu spät. Der Tod deiner Frau macht mich betroffen. Ich teile deine Trauer. Weiterhin viel Kraft Mut und Unterstützung durch die Familie, Freunde und gute Bekannte. Ich lese und schreibe hier im Hinterbliebenenforum noch eine Weile, denn hier gibt es ein Miteinander, welches von nicht betroffene Menschen kaum nachvollzogen werden kann. Liebe Grüße Jutta |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
mein herzliches Beileid zu dem Verlust Deiner Frau. Ich habe Deinen Thread im Angehörigen-Forum die ganze Zeit verfolgt und am Ende fast täglich hineingeschaut. Immer mit dem Gedanken, wie es bei uns sein wird. Der Tod Deiner Frau hat mich sehr getroffen. Ich wollte nichts schreiben, nicht einmal kondolieren, während es meiner eigenen Frau immer schlechter ging. Vieles ist ähnlich, meine Frau ist 1976 geboren, auch wir kamen 1999 zusammen und haben 2008 geheiratet. Eines ist anders: Wir haben keine Kinder. Wir hatten das immer vor uns hergeschoben, fühlten uns noch so jung, geradezu unverwundbar und unsterblich. Immer noch ein Karrieresprung, noch ein Jobwechsel. Es ist traurig, dass es dann zu spät war. Aber es machte unseren Alltag mit der Krankheit natürlich leichter, dass wir für niemanden sonst Verantwortung hatten. Es ist bewundernswert zu lesen, wie Du das mit den Kindern schaffst. Danke, dass Du die Geschichte Deiner Frau so ausführlich dokumentiert hast. Liebe Grüße igel77 |
AW: Du fehlst...
Hallo zusammen,
Ich danke euch für eure Antworten. Gestern war ich zum ersten mal mit der Großen zur kindertrauergruppe. Das geht jetzt immer einmal im Monat, samstags ca. 3 Std. War ne recht bunte Truppe von ca. 10 Kindern samt Angehörigen. Das jüngste Kind war 4 und das älteste "Kind" 17. An Geschichten war alles dabei, Opa verloren, Geschwister, Elternteile usw. Wobei es bei uns noch am frischesten war. Haben uns aber gut geschlagen... Gestern ging es erstmal nur ums Kennenlernen. Da haben wir Namensschilder gebastelt und auch Schmetterlinge, auf deren Flügeln wir unsere Wünsche schreiben sollten. Bei der vorstellungsrunde hatte ich dann aber einen dicken Kloß im Hals... Aber alles in allem war es gut. Na dann, LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Hallo,
So. Die ersten zwei Tage Arbeit sind geschafft! Klappt alles ganz gut und es macht wieder Spaß. Momentan geht es eigentlich ganz ok. Gestern war Elternversammlung in der Schule - von 19.30 bis 22.00 Uhr... Mann, Mann, Mann. Die Informationen hätte man auch in einer halben Stunde abhandeln können. Ich weiß schon, warum sonst immer Annika fuhr... Werde demnächst mal an meinem Tagebuch weiter schreiben... LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Dann versuche ich mal, weiter zu machen in meinem Tagebuch:
Teil 2 -> Die Diagnose und die erste Zeit danach... Annika wurde in eine andere Klinik überwiesen. Die Tage bis dahin waren voller Ungewissheit. Sie war wie immer pessimistisch und rechnete mit dem Schlimmsten und ich wie immer als Optimist "Nun mach Dich nicht so heiß, wird schon was gutartiges sein...". Dann ging es ins Krankenhaus. Ich fuhr sie hin und begleitete sie den Tag über zu allen Vorgesprächen und Voruntersuchungen... Im Arztgespräch wurde uns der Eingriff erläutert. Kernaussage war "Wir wissen nicht genau, was es ist, aber es muss raus". Es wurde darauf hingewiesen, dass evtl. die Niere entfernt werden muss oder der Darmausgang nach Außen verlegt werden muss... Nachmittags war dann alles erledigt. Wir ließen die Kinder nochmal vorbeikommen (mit Schwiegereltern) und verbrechten einen schönen nachmittag mit Eis essen usw. Als die Kinder weg waren, saßen wir noch bis nach sieben Uhr auf einer Bank und genossen die Sonne (es war der 7.8.2013). Irgendwann musste sie ja aber wieder aufs Zimmer (sie hatte sogar ein Einzelzimmer, weil gerade nicht viel los war...). Am nächsten Tag war dann die OP. Hier kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern, ob sie auf Intensiv lag. Ich glaube, wenn, dann habe ich sie dort nicht besucht. Ich sah sie das erste Mal auf ihrem Zimmer. Sie hatte ganz schöne Schmerzen und bekam schnell eine Schmerzpumpe. Diese hatte aber die Nebenwirkung, dass sie nachts schlimme Alpträume hatte. Sie erzählte davon, dass einer an ihrem Bett stand und sie umbringen wollte. Das war total real... Naja, die Ärztin erklärte uns die OP. Die Masse ließ sich sehr gut abschaben. Sie war glibbrig, schleimig. Niere und Darm konnten erhalten werden. Optisch waren keine Tumoranteile mehr zu sehen. Die Masse würde anschließend untersucht, was ein paar Tage dauert. Wir waren erstmal froh, dass sie keinen künstlichen Darmausgang bekam und dass das so gut lief. Danach ging das Warten auf den Befund los. Jeden Tag nachfragen, jeden Tag hieß es, nein nix neues. Bis auf ein paar kleinere Weh-Wehchen ging es mit Annika aufwärts. Nach 9 Tagen kam dann endlich der Befund. Leider nicht so gut. Bösartiger Tumor, Myxoides Liposarkom, R1 resiziert. Bei OP war nichts mehr zu sehen, aber es müssen noch einige Zellen da sein, deshalb wird wohl Chemo o.ä. folgen. Der Fall wird auf der Tumorkonferenz besprochen und anschließend sollen wir uns bei der Onkologie melden. Am nächsten Tag wurde sie entlassen. Ich las den Entlassungsbrief (Annika wollte davon nix wissen / Im Nachhinein weiß ich auch nicht, ob sie mir immer alles sagte, was ihr die Ärzte sagten), darin hämmerte sich ein Satz in mein Hirn: "..Aufgrund der hohen Mitoserate ist von einer ungünstigen Prognose auszugehen..." Mir wurde heiß und kalt. Annika sagte ich davon nichts. Gesundheitlich ging es wieder gut. Sie war rasch wieder die alte. Allerdings mussten wir zu ihrem neuen Chef. Schließlich rechnet er damit, dass Annika dort am 1.9. zu arbeiten anfängt. Wir hatten ein gutes Gespräch und sagten auch, dass wir es verstehen würden, wenn der Arzt sich eine andere Arzthelferin suche würde. Aber nein. Er sagte, er stellt sie trotzdem ein. Wir im Team glauben an Sie, Annika. Wir warten auf sie. Das hatten wir nicht erwartet. Eine Sorge weniger... Dann ging es am 28.08. zu den Onkologen. Der Arzt war mir nicht so recht sympathisch. Und damals wagte ich noch nicht, irgendwelche kritischen Fragen zu stellen. Was er sagte, war Gesetz... Es soll eine Chemotherapie gemacht werden, 6 Zyklen Adriamycin/Ifosfamid alle drei Wochen, je eine Woche Krankenhaus, zwei Wochen zu Hause usw. Es geht ja nur darum, auf Nummer sicher zu gehen, da nur R1 resiziert wurde. Danach müsste alles weg sein. Unter vielen Tränen erfuhr Annika auch, dass sie ihre Haare verlieren wird. Ich versuchte, ihr Mut zu machen. Sagte ihr, dass sie Weihnachten damit durch ist und zum nächsten Sommer wachsen die Haare wieder. Und zur Einschulung in einem Jahr werden wir den Tanz eröffnen und sie wird wundervoll aussehen... Wir fuhren ziemlich zeitnah die Perücke aussuchen. Da sie so einen kleinen Kopf hatte, war die Auswahl sehr begrenzt. Wir fanden aber ein schönes Modell. Ihre Stimmung ging aber total in den Keller, sie wurde fast schon depressiv. Ich pflasterte unsere Wohnung mit aufmunternden Sprüchen voll. Jedes Mal, wenn sie irgendeine Tür öffnete, war da ein Aufkleber mit einem Spruch. So richtig half es aber noch nix. Am 31.08. ging ich dann allein zu einer Geburtstagsfeier. Am Ende der Feier unter Einfluß von etwas Alkohol hatte ich dann meinen ersten kleinen Zusammenbruch. Ich heulte wie ein Schloßhund. Zum Glück waren nicht mehr soviele da... Am 03.09. ging es dann ins Krankenhaus zur Chemo. Am ersten Tag wieder Voruntersuchen, Port einsetzen usw. Ich war immer mit dabei. Am 04.09. startete dann der erste "Cocktail". Meist lief das drei Tage durch. Zum Anfang ging es noch, dann kamen Übelkeit usw. Wir gingen dann nachmittags oft raus, spazieren im Park oder Kaffee trinken. Kinder waren auf der Station nicht erlaubt, was ihr unglaublich wehtat. Wir haben dann immer versucht, die Kinder dazuzuholen, wenn wir draußen spazieren waren. Die Blutwerte spielten so ein bisschen Roulette. mal war Kalium zuwenig, mal passten die Leukos nicht, immer was anderes. Zu ihrem Geburtstag wurde sie entlassen. Mit Auge zudrücken, da wieder ein Wert nicht ganz passte. Wir tranken zu Hause Kaffee mit meinen Eltern und Schwiegereltern und natürlich den Kindern. Einen Tag später sollten wir nochmal zur Blutkontrolle. Beim Abschied von den Kindern versprach Annika der Großen: "Nachmittag ist Mama wieder da, versprochen..." So kam es nicht. Ich weiß nicht mehr genau, welcher Wert nicht passte. Meistens war es zum Anfang Kalium. Jedenfalls musste sie dableiben. Die große war sehr enttäuscht... Fast eine Woche blieb sie drin. Da die Leukos total abrauschten, musste sie auch einen Mundschutz tragen. Das war für sie total erniedrigend, wenn wir draußen waren... Am Wochenende machten wir dann auch noch was verbotenes. Anstatt nur Spazieren zu gehen gingen wir zum Auto und ab nach Hause. Wir verbrachten den Nachmittag im Garten und abends ging es wieder zurück. Eine Woche war sie zu Hause, dann ging es wieder los. Am 25.9. startete der zweite Zyklus. Die Zimmer waren überigens nicht sehr einladend - Vierbettzimmer, kleine Toilette. In der Zeit fielen ihr die Haare büschelweise aus und waren auch an manchen Stellen wie verklebt. Sie entschied sich, dass sie ab sollten. Wir ließen den Friseur mit der Perücke kommen. Er machte auch die Rasur. Bis auf die "normalen" Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen ging es diesmal besser. Eine Woche späte konnte sie entlassen werden. Sie war auch einigermaßen gut drauf. Beim Spazierengehen wurde sie oft angesprochen, dass ihr die neue Frisur sehr gut steht. Keiner bemerkte, dass es eine Perücke war... Und sie hatte sich mittlerweile mit der Situation arrangiert. Sie war nicht mehr so down. Wir waren eigentlich guter Hoffnung, dass es gut ausgehen wird.... ******** |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Es rührt mich einfach nur zu tränen. Ich schreibe für mich zu Hause schon seit längerem das geschehene der letzten Monate auf und ich merke wie es mir hilft! Dir wünsche ich von Herzen das es dir auch hilft mit Annika's Tod umzugehen! Alles liebe mausi |
AW: Du fehlst...
:-(
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AW: Du fehlst...
Hallo zusammen,
danke erstmal für eure lieben Antworten. Die erste Woche Arbeit ist geschafft. Und, ja es macht Spaß und tut gut. Hab zwischendrin auch mal ein paar Gespräche mit lieben Kollegen, z.B. heute mit einer Kollegin, die vor 5 Jahren ihren Mann verlor. Sowas hilft ungemein, find ich. Morgen fahre ich mit der Großen nach Bremen zu dem besagten Helene-Fischer-Konzert. Wir sind schon ein bisschen aufgeregt. Hoffentlich können wir es genießen, sind ja eigentlich Annika's Karten... Na mal schauen. Gute nacht... |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas,
ich wünsche Euch einen schönen Tag und ein tolles Konzert. |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas, musste gerade an Euch denken.
Ich hoffe, die Helene kann - auch wenn es nur für sehr kurze Zeit ist - Eure Trauer ein wenig zur Seite schieben. Liebe Grüße Heike |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Ich war gestern Abend oft in Gedanken bei euch! Ich hoffe ihr zwei konntet das Konzert genießen?! Ihr wart ja nicht allein, denn Annika war im Herzen und auch in euren Gedanken bei euch! Lg mausi |
AW: Du fehlst...
Hallo zusammen,
sind seit gestern abend wieder in der Heimat. Es war ein schöner Vater-Tochter-Ausflug. Bremen an sich ist echt schön und wirklich eine Reise wert. kann ich nur empfehlen... Das Konzert war auch super, allerdings... Für mich war es eher schwer. Ich konnte es nicht so recht genießen. Meiner Großen hat es wahnsinnig gefallen, sie ist da voll abgegangen. Ich musste mir manche Träne verkneifen, denn eigentlich hätte ja Annika neben mir sitzen sollen... Als das Konzert losging, hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Jeder Bass-Schlag war wie ein Stich ins Herz. Aber ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen, damit meine große das wenigstens genießen kann. Als wir dann gestern früh über die Weser geschippert sind, wurde ich auch nochmal wehmütig. Ich musste immer dran denken, dass das Annika auch gefallen hätte und was wir zusammen unternommen hätten. Es war ja wunderschönes Wetter und alle Biergärten hatten auf. Da wären wir bestimmt abends langgeschlendert und hätten was zusammen getrunken. Aber dann musste ich wiederum dran denken, wenn sie jetzt noch leben würde in ihrem kränklichen Zustand... Dann hätten wir das sowieso alles nicht gemacht. Das hätte sie nicht geschafft. Es wär ja nur gegangen, wenn sie gesund gewesen wär. Alles in allem war es eine schöne Reise, aber ich weiß nicht so recht, ob ich mir damit einen Gefallen getan habe. Es hat mich doch sehr aufgewühlt. Vielleicht ist es gut so, vielleicht auch nicht. Das kann ich jetzt noch nicht sagen. LG Thomas |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas,
doch, ich denke du hast dir und auch deinen Kindern mit dieser Reise einen großen Gefallen getan. Du hattest nämlich die Kraft dazu und das Wissen um diese Kraft, wird dir auch in Zukunft durch schwere Tage und in schwierigen Situationen helfen. Chapeau! Liebe Grüße Simi |
AW: Du fehlst...
Hallo Thomas
http://www.123gif.de/gifs/leuchttuer...tturm-0003.gif. Schau ein Leuchtturm für dich. Was immer passiert, du und deine Töchter ist seid ein prima Team. LG Carolin |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
tief berührt und mit Tränen in den Augen habe ich eure Geschichte und deinen Thread Myxoides Liposarkom gelesen. Es tut mir so unendlich Leid, dass du deine geliebte Annika verloren hast und ich fühle so sehr mit dir. Wenn ich darf, nehme ich dich mal ganz lieb und fest in meine Arme und halte dich ganz fest. Hier leuchtet ganz hell eine wunderschöne Kerze für Annika, eure Kinder und dich, die euch voller Liebe, Licht und Wärme begleiten soll. Und Annika passt nun von oben ganz doll auf euch auf und ist euer größter und wichtigster Schutzengel. Auch ihren Eltern schicke ich ganz viel Kraft. Ich schicke dir, Annikas Eltern und euren beiden Kindern ein riesiges Paket voller Kraft, Licht, Wärme, positiver Energie und guten Gedanken, um Alles etwas besser durchzustehen. Meine Gedanken sind ganz fest bei dir und begleiten dich ganz fest. Ich habe am 28.08.2006 meine Freundin an Eierstockkrebs verloren und noch heute fehlt sie mir unglaublich doll. Viele liebe mitfühlende und sehr traurige Grüße Bonnie3003 |
AW: Du fehlst...
Hallo ihr Lieben,
Ich danke euch für eure lieben Worte. Das baut einen ein bisschen auf. Es ist zwar nicht so, dass ich hier komplett am zusammenbrechen bin, aber seit der Rückkehr aus Bremen geht es nicht mehr ganz so gut. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll... Es liegt eine gewisse Melancholie auf meiner Seele. So ein bisschen wie im Nebel. Ansonsten gibt es nix neues, Alltag eben. Aber halt Alltag alleine... LG Thomas |
AW: Du fehlst...
hallo thomas,
ich glaub, dass das konzert ein ziemlicher härtetest für dich war - gerade musik transportiert ja unglaublich viel gefühle u weckt erinnerungen... es war schon sehr mutig von dir mit deiner tochter da hinzugehen u wird sicher noch einige zeit nachwirken. u es ist ja auch völlig normal, dass es dir nun nicht immer gut gehen kann u du um deine frau trauerst. ich will jetzt aber gar nicht lang gscheit daherreden sonder schick dir einfach liebe grüße u viel kraft :knuddel: bis bald :winke: heidilara |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas,
auch ich möchte dir viele Grüße und viel Kraft senden! Ich finde es sehr mutig von dir, dass du trotzdem zum Konzert gegangen bist! Auch wenn du dich momentan schlechter fühlst, wirst du es sicher nicht bereuen! Und deine Annika war auch dabei. In euren Herzen hat sie mitgesungen! Alles Gute zu euch! catlove |
AW: Du fehlst...
Hallo mal wieder,
danke heidilara und catlove für Eure Antworten. Im Nachhinein muss ich sagen, bin ich ziemlich naiv da ran gegangen und einfach losgefahren. Hätte nicht gedacht, dass mich das so aus den Socken haut. Aber jetzt geht es ja wieder... Vieleicht war es ja auch wichtig für mich. Die Zeit wird's zeigen... Gestern war wieder Trauerbegleitung. War ganz gut, haben über eine Stunde erzählt. Ein paar Sätze haben noch nachgewirkt und haben mich abends noch beschäftigt. Zum einen fragte sie mich, nachdem wir die Geschichte nochmal aufgerollt hatten, wie ich das die ganze Zeit ausgehalten habe. Da konnte ich nur mit den Achseln zucken, ich weiß es schließlich selber nicht... Mir hat das Forum sehr geholfen, um sich auszutauschen. Im Freundeskreis hatte ich ja nicht wirklich jemanden, mit dem ich erzählen konnte. Aber sonst? Ich konnte halt öfter eine Auszeit vom Job nehmen (Krankschreibung), wenn es nicht mehr ging, vielleicht hat das auch geholfen. Dann zum Ende sagte sie mir "Sie wirken so stark" - da rutschte mir nur ein "Tut mir leid, kann nix dafür" raus. Da mussten wir erstmal lachen. Aber hab dann drüber nachgegrübelt... Ich weiß ja, dass ich meine schwachen Momente habe. Aber an und für sich lasse ich Außenstehende selten an meinen Emotionen teil haben. Bin halt immer freundlich... :rolleyes: Vielleicht dauert es noch ein paar Sitzungen, bis ich die Schwächen dort auch zeigen kann. Na, mal sehen. Am Abend gab es dann mal wieder ein kleines Trauerloch... Aber das gehört ja momentan zum Leben dazu. Heute ist es wieder ok. Na dann, Liebe Grüße Thomas |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Die letzten Monate in denen ich mit Annika und dir mit gebangt habe, habe ich mich auch sehr sehr oft gefragt, wie macht er das was kann er noch alles aushalten? Immer wider bist du hin gefallen und sofort wider aufgestanden. Ich habe dich um deine Kraft bewundert. Heute sehe ich das noch genauso nur aus einem anderen Blickwinkel! Du hattest gar keine andere Wahl als immer und immer wider aufzustehen, du hast funktioniert gar keine Zeit gehabt über viele Dinge nachzudenken. Auf der einen Seite hattest du die Angst um Annika, die Angst um deine Mama und auf der anderen Seite standen eure beiden Kinder für die das Leben weiter gehen musste! Ja aber drum bist du ein wirklich sehr starker Mensch, der sich allem gestellt hat und noch stellt! Das Konzert von Helene Fischer hat all die Gefühle die tief in deinem inneren schlummern geweckt klar das es in dir all die wunden aufgerissen hat, wozu das gut war wird die Zeit bringen! Ich wünsche dir von Herzen das irgendwann auch du mit der Vergangenheit Frieden schließen kannst und nur noch schöne Erinnerungen an die Liebe deines Lebens hast! Lg mausi |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas,
auch ich habe ja eure Geschichte lange Zeit mitverfolgt und ich denke immer noch sehr oft an dich und deine Kinder. Ich finde es bewundernswert, wie du das machst. Mit deiner Großen nach Bremen fahren obwohl es dir natürlich alles andere als leicht fällt - das kann nicht jeder. Meinen Respekt, wie du das alles meisterst. Das wollte ich nur nochmal kurz sagen. Alles alles Liebe für dich und deine Kinder! Anni |
AW: Du fehlst...
Hallo mal wieder,
Mausi und Anni, vielen Dank für Eure Antworten. Momentan hat mich der Alltag mit seinem ganzen Drumherum gefangen, so dass ich kaum noch Zeit finde, zu schreiben. Ich war gestern mit den Kindern zu einer Geburtstagsfeier. Das war bei guten Freunden von uns und auch "auswärts". War schön, auch wenn da immer ein bisschen Wehmut mitschwingt... Das letzte Mal waren wir noch zu viert dort. Aber wir haben auch viel gelacht miteinander. Als ich dann spät nach Hause kam, brauchte ich die Kinder nur noch ins Bett tragen... Schönen Sonntag euch allen noch Thomas |
AW: Du fehlst...
Hallo,
nach einigen Tagen mal wieder was von mir. Die letzten Tage waren nicht so schön. Es ging wie im Strudel immer schön abwärts ins Loch. Bin momentan noch mittendrin statt nur dabei, aber ok. Mich beschlich auch das Gefühl, dass es momentan eher schwerer wird als leichter, wahrscheinlich wird mir der Verlust jetzt erst so richtig klar... Ich habe auch ständig die Bilder der letzten Tage und Stunden im Kopf. Und das tut weh... Ich habe ja nette Menschen um mich rum und auch einige da draußen, mit denen ich mich austauschen kann und darf (die es betrifft, die wissen es schon ;) und natürlich auch das Forum. Wobei ich in letzter Zeit nicht den Antrieb hatte, hier viel zu schreiben. Aber wird wieder... Habe mir vorgestern abend meinen Thread angeschaut ab Annika's Tod und mir nochmal Eure Worte durchgelesen. Da kamen mir nochmal die Tränen. OK, ich war gerade sowieso ganz tief unten, aber gerührt war ich trotzdem. Deshalb möchte ich einfach nochmal Danke sagen... So, ich hoffe, ich hab erstmal genug gejammert und dass es langsam wieder aufwärts geht. Bin ja sonst nicht so, aber jetzt isses halt mal so. LG Thomas |
AW: Du fehlst...
hallo thomas,
gefühle kommen u gehen meist wie sie wollen u kontrollieren kann man sie sowieso nicht wirklich u zulassen ist besser als verdrängen, heisst es zumindest immer... ich kann davon auch ein lied singen u alle anderen hier bestimmt auch :pftroest: :remybussi :knuddel: leuchtturm u leiter zu dir u das, selbst grad zum 1.mal gehört, eva cassidy, auch ein opfer dieser schrecklichen krankheit https://www.youtube.com/watch?v=uEBBGSgO16M lg heidilara |
AW: Du fehlst...
Lieber Thomas!
Das loch in das du jetzt gefallen bist ist normal! Die ersten Wochen ist man noch durch die ganzen Wege die erledigt werden müssen abgelenkt, dann kommt die Ruhe langsam zurück und das grübeln beginnt! Mir ging's zumindest so! Auch lassen mich die letzten Tage nicht zur Ruhe kommen! Wir müssen die Trauer zu lassen! Meinen alten thread habe ich auch schon öfter rein gelesen, musste aber an bestimmten Stellen schnell wider raus, weil die Erinnerungen einfach zu schmerzhaft waren! Wir finden einen weg zurück in unser neues Leben ohne unsere Lieben! Aber irgendwie auch mit ihnen, denn in unseren Herzen leben sie ewig weiter! :knuddel: Liebe grüße mausi |
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