AW: Neu und Angstbeladen
Liebe Lissi,
lange habe ich überlegt ob ich dir diese Geschichte schicken soll. Ich bin sicher kein übertrieben gläubiger Mensch. Diese Geschichte aber genau wie der Satz aus dem Vater unser, "und befreie uns von allem Bösen", sind und waren seit der Erkrankung meines Mannes meine Stützpfeiler. Diese Geschichte möchte ich an dich weitergeben. Für mich ist es so schön zu wissen und zu glauben, dass immer dann wenn ich mich schwach fühle und mich schlecht fühle, jemand da ist, der mich trägt, jemand der stärker ist als ich passt auf mich auf.
Sei mir bitte nicht böse, wenn du so gar nichts damit anfangen kannst, denn es ist natürlich eine ganz persönliche Sache, ob man darin Kraft findet oder auch nicht.
Wie gesagt, ich habe lange überlegt.
Auf jeden Fall schicke ich dir noch ganz viele liebe Gedanken und ganz viele Hoffnungsstrahlen für dich und deinen Peter, dass dieser Tag ein guter Tag wird.
Spuren im Sand
Ein Mann hatte eines Nachts einen Traum.
Er träumte, dass er mit Gott am Strand entlang
spazieren ging. Am Himmel zogen Szenen
aus seinem Leben vorbei, und für jede
Szene waren Spuren im Sand zu sehen.
Als er auf die Fußspuren im Sand zurückblickte,
sah er, dass manchmal nur eine da
war. Er bemerkte weiter, dass dies zu Zeiten
größter Not und Traurigkeit in seinem Leben
so war. Deshalb fragte er den Herrn: „Herr,
ich habe bemerkt, dass zu den traurigsten
Zeiten meines Lebens nur eine Fußspur zu
sehen ist. Du hast aber versprochen, stets
bei mir zu sein. Ich verstehe nicht, warum
du mich da, wo ich dich am nötigsten
brauchte, allein gelassen hast.“
Da antwortete ihm der Herr: „Mein liebes,
teures Kind. Ich liebe dich und würde dich
niemals verlassen. In den Tagen, wo du am
meisten gelitten hast und mich am nötigsten
brauchtest, da, wo du nur die eine Fußspur
siehst, das war an den Tagen, wo ich dich
getragen habe.“
Alles liebe
Iris
|