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Alt 15.10.2012, 11:22
Odelbie Odelbie ist offline
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Registriert seit: 06.04.2012
Ort: Deutschland
Beiträge: 124
Standard AW: Sterbebegleitung

Hallo Helferlein,


Toll das du dich hier an die Menschen wendest, die all diese Wege schon gegangen sind oder mitten drin stecken.
Auch ich habe meinen Mann betreut, vom Tag der Diagnose bis m letzten Atemzug.
Auf was ich mich eingelassen habe, wußte ich nicht. Ich funktionierte. Immer. Das Leben ging an uns vorrüber. Es gab kein Kino, essen gehen, mit dem Nachbarn plaudern, lachen, Freunde einladen, Geburtstagsfeiern. Nichts von all den Dingen, die Normal waren.
Das Leben ging andere Wege. 35 Bestrahlungen, die Fahrt nach Erlangen 98 km eine Strecke. Wartezeiten, Arztgespräche, Kontrollen u.s.w. Es gab keinen Termin , wo ich fehlte. Selbst in der Woche, wo es noch die Chemo gab und mein Mann stationär bleiben mußte war ich da.
Der schlimmste Tag war der 20.06.2012 , an diesem Tag sagten uns die Ärzte, es macht keinen Sinn, gehen Sie nach Hause. Es traf wie eine Bombe. Alles für die Katze. Der gesamte Kampf. Und genau vor einer solchen Aussage, hatte ich Angst, das mein Mann in der Situation alleine war.
Heute würde ich es wieder so machen. Aber wenn wir nach der Behandlung wieder zu Hause waren und Jürgen in seinem Pflegebett lag, dann hatte ich meine allerbeste Freundin da, die auf meinen Mann aufpasste, damit ich Luft zum Atmen erkämpft und neue Kraft tanken konnte und um mich ein wenig um Lisa zu kümmern.
Es gibt auch Ehrenamtliche Betreuungen, die dich unterstützen, damit du einkaufen gehen kannst und ein wenig Zeit für dich hast. Wenn du in der Strahlenklinik bist, liegen Zettel aus. Oder du wendest dich an den psychoonkologischen Dienst in der Klinik. Das tat unserer Tochter und mir sehr gut. Reden über seine Sorgen und Ängste. Das war wichtig.
Das gab uns Kraft und lies uns weitermachen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf dem reinigen Weg, schicke dir ein Kraftpaket und wünsche dir und deiner Frau alles,alles Gute.


Liebe Grüße von
Grit mit Tochter Lisa an der Hand und unseren Kämpfer fest im Herzen
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