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#1
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Hallo,
Ich bin 27 und seit 1 Woche in konplettremission. Hab vor Freude natürlich erstmal geweint, hab jetzt aber das Gefühl die letzten monate holen mich ein. Ich muss richtig oft weinen, bin total überfordert und fühl mich auch irgendwie allein gelassen. Von jetzt auf gleich fallen die Kontrollen wöchentlich weg, was super ist, nur muss ich erstmal wieder einen Alltag finden. Die Nebenwirkungen sind natürlich auch ein Thema, ich kann inzwischen aber sehr gut einschätzen an welchen Tagen ich was machen kann, damit komm ich gut zurecht. Trotzdem ist es, vielleicht auch weil ich alleine wohne, psychisch richtig schwierig. Das äußere Erscheinungsbild find ich ganz schlimm, ich hab Paranoia dass irgendwo doch noch was sein könnte. Leider haben wir keine psychoonkologie in der nähe. Ich würde gerne mit jemandem sprechen, aber mein Freundeskreis kann das natürlich nicht so nachvollziehen und ich würde gerne mit jemandem sprechen der evtl das gleiche durch hat oder grade in der selben Situation ist. Ich habe irgendwie einfach so viele Ängste grade und weiß irgendwie nicht warum das jetzt so extrem hoch kommt. Wie war oder ist das bei euch? |
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#2
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Hallo Vanessako,
Glückwunsch zur Komplettremission! Mir ging es tatsächlich sehr ähnlich wie dir. Während der Therapie habe ich eigentlich „funktioniert“. Man hat Termine, Behandlungen, Kontrollen – es gibt einen klaren Plan und man arbeitet sich irgendwie Schritt für Schritt durch. Und dann ist plötzlich vieles vorbei und man denkt, jetzt müsste doch alles gut sein. Aber genau da kamen bei mir die Gefühle erst richtig hoch. Ich hab nicht so recht gewusst, wo ich jetzt stehe. Was mir geholfen hat, war zu verstehen, dass das eine ziemlich normale Reaktion nach so einer intensiven Zeit ist. Man steht monatelang unter Spannung und wenn die Therapie vorbei ist, lässt diese Spannung langsam nach – und dann holt einen emotional vieles ein. Meine Ärztin hat zur mir gesagt, es ist wichtig, wieder ins Leben zurück zu finden, in der Form, dass man möglichst jeden Bereich seines Lebens "genießt". Ich bin wieder arbeiten gegangen und das hat geholfen, nicht ständig an die Krankheit zu denken und hab auch sonst versucht, wieder möglichst "normal" zu leben. Dann ist bei mir die Krankheit mit der Zeit in den Hintergrund gerückt. Außerdem meinte meine Ärztin, dass eine REHA helfen würde. Die habe ich allerdings noch vor mir. Ich bin in eine Selbsthilfegruppe für Frauen nach Krebs gegangen. Dort haben alle das gleiche durchgemacht und man kann ganz offen über alles reden. Das hat gut getan. Gibt es bei dir in der Nähe vielleicht auch so eine Gruppe? Du könntest auch einfach bei der Krebshilfe um Unterstützung anfragen? Die Angst, dass irgendwo doch noch etwas übrig geblieben ist, das dann wieder wächst, hatte ich auch (und habe ich immer noch ein bisschen). Aber es finden regelmäßige Checks statt (bei mir alle 3 Monate) und da würde man das schnell finden. Ich wünsche dir sehr, dass du jetzt Schritt für Schritt wieder etwas Ruhe findest. Eine Komplettremission ist wirklich eine gute Nachricht – auch wenn der Kopf noch Zeit braucht, um hinterherzukommen. Liebe Grüße seifenblase |
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#3
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Heii,
Danke für die Antwort und sorry für die späte Rückmeldung. Reha hab ich beantragt, bin mal gespannt wann die genehmigt wird und es dann los geht. Mit dem Arbeiten, ich überlege oft ob ich wieder anfangen kann. Ich denke paar stunden könnte ich schaffen. Hab nur Angst zu schnell wieder zu viel zu machen. Kann bei der Arbeit nicht einfach gehen dann. Selbsthilfegruppe fänd ich auch super. Leider gibt es keine bei uns in der Nähe, zumindest nur für Brustkrebspatienten.. Aber die örtliche Krebshilfe meldet sich nochmal bei mir wegen Psychotherapeuten vielleicht. Ist hier nicht so einfach. 😄 Schön zu hören wie andere das machen. Man muss da irgendwie n weg finden, ist irgendwie nicht so leicht. Mit sport bin ich wieder angefangen, das tut auch gut. |
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| Stichworte |
| alleine sein, angst, psyche |
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