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Alt 21.01.2006, 22:27
Ute S. Ute S. ist offline
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Registriert seit: 16.08.2005
Beiträge: 20
Standard AW: Hilfe, keine Chemo mehr

Hallo Britta,
mein herzlichstes Beileid. Ich weiß jetzt nicht recht, wie ich mich ausdrücken soll, damit du mich nicht falsch verstehst. Dein Vater ist sicher mit einer positiven Einstellung in die Op. gegangen, nur leider ging es dann so aus...
Mein Vater hatte im Okt. 04 die gleiche Op. kurz nach Diagnosestellung. 4 Wochen später eine Blutung durch Tumoreinbruch in die C-Schlinge. Mehrere Blutkonserven. Dann in die nächste Klinik zur Embolisation (die Blutung sollte so gestillt werden). 14 Tage in diesem Krankenhaus. Die Embolisation wurde nicht gemacht - zu gefährlich. Das Heimatkrankenhaus verweigerte ohne Embolisation eine Chemo. Die andere Klinik befürwortete sie. Wurde dann auch gemacht, weil Blutung von selbst zum Stillstand kam. Essen konnte er nach langsamem Nahrungsaufbau alles. Das war aber für ihn auch die einzige Lebensqualität. Mein Vater war ein Mann wie ein Baum - ein "gestandener Mann", wie man so sagt. Ab der Op. waren ihm die für ihn wichtigsten Dinge des Tages - Nachrichten sehen, politische Sendungen, Zeitung lesen - sowas von egal. Er hat sich niemals negativ geäußert oder depressiv verhalten - obwohl er vor Jahren wegen Depressionen Frührentner geworden ist. Aber für uns war das das schlimme: Wir haben nie über die Krankheit und deren Folgen gesprochen, wissen also überhaupt nicht, was in seinem Kopf vor sich ging. Erst jetzt im Nachhinein machen wir uns darüber Gedanken, ob er das eigentlich alles so für sich wollte: Die Op, - da von Anfang an bekannt, dass nur palliativ, die Chemo mit ihren Nebenwirkungen, die körperliche Schwäche usw. - sich von Chemo zu Chemo zu schleppen, kaum noch auf eigenen Füßen, die niedrigen HB-Werte, hier und da deswegen keine Chemo möglich, also wieder umsonst aufgerafft usw. Dann nicht mehr aufstehen können, das Pflegebett, der ambulante Pflegedienst, gefüttert und gewindelt werden...
Dein Vater hatte ja auch schon einige Krankenhausaufenthalte. Vielleicht ist ihm ja auch noch einiges erspart geblieben.
Natürlich ist es sehr schlimm für euch. Voller Hoffnung und nun dies.
Dein Vater hat nach allem nun mit den letzten positiven Gedanken an eine erfolgreiche Op. seinen Frieden gefunden.
Dir und deinen Angehörigen wünsche ich, dass ihr den momentanen Schock verkraftet und für die nächste Zeit wünsche ich euch viel Kraft.

Ute
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