Hallo, bei meinem Vater wurde 04/05 ein nicht kleinzelliges BC diagnostiziert. Vorangegangen war das ganze durch eine sehr starke Erkältung und Fieber, durch einen Ultraschall etwa zwei Monate später wurde ein Pleuraerguss festgestellt. Ein Monat später wurde mit Bestrahlung und Chemo (Cisplatin, Navelbine) begonnen. Im August 05 hieß es, der Primärtumor sei nicht mehr nachweisbar, jedoch wurde mir kürzlich ein Bericht vorgelegt, hat den Arztbrief einfach geöffnet, dass es auf den anderen Lungenflügel jetzt ist, Lebermetastase war schon anfangs bekannt. Jedoch akut ist im Moment eine Hirnmetastase im Kleinhirn. Mein Vater konnte daheim nicht mehr gehen, zweimalige Vorsprache beim Onkologen und Mitteilung darüber, mussten wir uns anhören, es wäre nichts....Am Sonntag 05.02.06 hat er morgens erbrochen, was bei mir Alarm geschlagen hat, hatte gelesen, bei Lungenk.... - ich hasse dieses Wort und sämtliche andere die mit dieser Krankenheit zu tun haben - Hirnmetastasen sehr oft auftreten. Im KH hieß es, GUT dass sie gekommen sind, denn die derzeitigen Beschwerden sind das geringste, was noch hätte passieren können. Das Schlimme bei dem Ganzen war, der Gesichtsausdruck meines Vaters nach dem CT ich wäre am liebsten tot umgefallen, aber das konnte ich nicht, ich war wie erstarrt und .... ich werde den Anblick meines Vaters nie vergessen... wir redeten mit der Ärztin, ich und mein Bruder, mein Vater lag auf dem Bett und schaute nur die Ärztin an. Also OP wenn es möglich ist oder Bestrahlung. Am nächsten Tag wurde uns dann vom Radiologen mitgeteilt, dass eine OP ungünstig sei, wo die Metastase sitzt also Bestrahlung. 10 x Ganzkopfbestrahlung, 4 x Kleinfeldbestrahlung. Der Onkologe im KH, der das ganze ja als nichtig betrachtet hatte, konnte meinem Bruder nicht in die Augen sehen, als er ihm über den Weg auf dem Flur des KH gelaufen ist. Mein Bruder musste sich zusammenreissen, denn schließlich steht noch eine Chemo wegen der Leber an... also was soll man machen, sich mit den Ärzten anlegen?

Mein Vater bekommt seit er stationär im KH war nun Kortison gegen die Schwellung im Kleinhirn, Bestrahlung hat im CT gut gewirkt, Kerspin erfolgt demnächst, da Bestrahlung erst nach ein paar Wochen die eigentliche Wirkung zeigt. Morphium gegen die Schmerzen, die sehr stark sind, dass er nachts nicht schlafen kann, hat er auch schon sehr lange diese Schmerzen. Novalminsulfon-Tropfen. Morphium 2 x 8 mg, ist nicht viel oder? Ich meine, weil die Schmerzen ja trotzdem da sind, trotz dieses starken Mittels. Naja Mittwoch ist Termin beim Professor, da werden wir sehen, wie es weiter läuft. Es geht ihm nicht gut, er ist immer noch sehr unsicher auf den Beinen. Was jedoch trotz Bestrahlung bleiben kann meinte der Radiologe. Durch das Morphium hat er Verstopfung trotz grosser Achtung auf die Ernährung, viele Ballaststoffe....sowie Mittel gegen Verstopfung 2 x Movicol täglich. Es ist sehr schlimm. Warum gibt es diese schlimme Krankenheit? Ich wünsche diesen kranken Menschen sehr viel Willenstärke und alle erdenkliche Kraft und einen Schutzengel.
Ich habe einige Berichte gelesen heute in diesem Forum und es können einem nur die Tränen kommen. Aber wir werden kämpfen. Bei meinem Vater reden wir ganz normal, geben ihm viel Kraft und Mut, aber wenn ich alleine bin....Als mein Vater die Diagnose bekommen hat war ich unwissentlich schwanger, also die Schwangerschaft durch diese schwere Zeit. Mein Baby ist nun 3 Monate alt, er ist auf den Geburtstag meines Vaters geboren 02.12. (05) das war unglaublich. Am 03.12. hätte ich Termin gebabt.
Mein Vater ist übrigens 63 und hat sein Leben lang geschuftet auf dem Bau. Er ist wegen Arthrose vorzeitig in Rente und nun das hier....
Viel Kraft wünsche ich uns allen!!! LG