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  #18  
Alt 02.12.2006, 19:21
ciangi ciangi ist offline
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Registriert seit: 09.08.2006
Ort: bayern
Beiträge: 642
Standard AW: Wie soll das nur weitergehen?

liebe anemone,

vielen lieben dank für deine zeilen. es ist schön, dass hier so viele sind, die anteil nehmen an meinem leben. nun, es ist, glaube ich , zum teil wirklich so, dass ich schon sehr viel trauerarbeit an mir geleistet habe. und mir geht es ganz genau so wie dir damals: als ich meinen toten papa da liegen sah, habe ich natürlich geweint. ich weinte um den verlust meines papas. aber der schmerz um den verlust war bei weitem nicht so, wie die "freude" daran, dass mein dad es nun endlich geschafft hat. es ist für mich ganz, ganz furchtbar, dass mein papa nun nicht mehr da ist, zumal ich zu meiner mutter nicht im entferntesten so eine beziehung habe, wie zu meinem dad. aber trotzdem bin ich unglaublich erleichtert. ich bin so froh, dass er nun ohne diese furchtbaren schmerzen ist. ich bin so froh, dass diese schlimmen, schlimmen qualen ein ende haben. für mich persönlich war es viel schlimmer, ihn so hilflos zu sehen. ich weiß ja, wie unendlich schlimm es für ihn war, uns so viel "arbeit" zu machen. das war für ihn, glaube ich, noch schlimmer, als alle schmerzen. er wollte nie, dass jemand etwas für ihn tun muß. er hat immer nur etwas für die anderen getan. das war sein leben. das war seine berufung. dass er nun auf einmal selber derjenige war, der hilfe brauchte, das war für ihn alptraum pur. und deshalb war ich erleichtert, als es vorbei war.
und genau deshalb habe ich dieses schlechte gewissen.
ich weiß noch, als mein lieber opi gestorben ist, da war ich schon 27 jahre alt. eigentlich alt genug, um mit trauer umgehen zu können. aber damals, da war mir so, als würde die welt untergehen. ich dachte allen ernstes, ich würde nie, nie mehr lachen können. und dieses gefühl dauerte monat um monat. es war wirklich schrecklich. und deshalb habe ich nun auch mit einem ähnlichen gefühl gerechnet. aber dieses gefühl bleibt einfach aus. und das macht mir auf eine weise auch ein wenig angst. weil ich gar nicht richtig traurig sein kann. aber ich weiß ja, meinem papa geht es gut. er muß nun nicht mehr leiden. und deshalb bin ich auch wieder froh.und deshalb glaube ich, dass meine persönliche trauerzeit die zeit war, in der mein lieber dad so furchtbar kämpfen hat müssen und dann doch verloren hat. oder hat er doch gewonnen? wer will das wissen?....
liebe anemone, ich wünsche dir alles liebe. und noch etwas: so lange man an einen menschen denkt, so lange ist er nicht gestorben!
liebe grüße: monika
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