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#61
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Hallo Kyria,
Zitat:
Es gibt natürlich mitunter medizinische Notwendigkeiten, bei denen kein Weg an einem stationären Aufenthalt vorbei geht. Meine Frau hat in den Monaten vor ihrem Tod z.B. eine Reihe von Bluttransfusionen bekommen. Sowas geht nur in der Klinik, nicht Zuhause. Und wenn ihr das geholfen / ihr Leiden erleichtert hätte, dann wäre sie aus diesem einfachen Grund vielleicht in der Klinik geblieben. Aber weil das nicht mehr der Fall war, musste sie diese Entscheidung nicht treffen. Hallo Sanne, Zitat:
Es heisst aber, dass ich hier nicht alles von mir offenbare. Und v.a. mit Tränen, Leid und Verzweiflung erstmal lieber allein bin, bevor ich darüber nach einiger Zeit - wenn sich das etwas gesetzt hat und ich "rational" darüber sprechen kann - "nach aussen" gehe. Und vor dem Netz / den KK-Foren komme erstmal ich mit mir allein und Hündchen, dann gute Freunde und dann "Profis", denen ich am Telefon oder persönlich die Hucke vollheule. Freitag werde ich das in einer Doppelstunde bei der besten Psychotherapeutin der Welt tun (die ich seit 7 Jahren kenne).D ie Gynäkologin und die Maltherapeutin meiner Frau muss ich nur anrufen, um dort einen "Hinterbliebenen-Termin" zu bekommen. Die Unterstützung ist da, und ich werde sie auch nutzen, wenn es notwendig ist. Wie schwer und lange die Trauerphase wird, weiss ich im Moment beim besten Willen nicht. Noch ist sie nicht da, und ich mag darüber auch nicht vorab spekulieren. Dass sie kommen wird, und dass sie richtig schwer wird, darauf verwette ich meinen Arsch. Und wenn ich nicht die Gewissheit hätte, dass es dann viele hilfreiche Menschen gibt, an die ich mich immer und mit allem wenden kann... dann hätte ich davor noch viel mehr Schiss, als ich sowieso schon habe :-/ Aber von meinen zutiefst "intimen" Gefühlen, der "echten" Qual, Einsamkeit und Verzweiflung, wird man hier oder sonstwo im Netz erst lesen, wenn sie durch den "Filter" in meinem Kopf gegangen und halbwegs "vernünftig" geäußert werden können. Der wichtige Kern gehört mir, den lege ich nicht im Netz offen. Ist kein böser Wille oder Schauspielerei, sondern einfach die Art und Weise, wie ich am besten mit meinen Gefühlen umgehen kann. Viele Grüße, Stefan |
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#62
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es kann jeder berichten wie er der Meinung ist das es richtig ist. Trotz dessen bin auch ich der Meinung das manauch friedlich sterben kann so wie es bei meiner Mama der Fall war. Nicht immer muß es so geschehen wie es leider bei Stefan geschehen ist was mir sehr sehr leid tut und ich mir diesen Schmerz dabei kaum nachenpfinden kann.
Was mich jedoch sehr beschäftigt ist der Fakt ob man dies wirklich hier so genau beschreiben sollte im sinne der verstorbenen. Hätte meine Mum gewollt das ich ihren Tod hier so genau beschreiben. Nein,darüber will ich gar nicht weiter nachdenken. Aber ich glaube ich hätte es in ihrem Interesse nie getan. Das muß jedoch jeder für sich elbst entscheiden-ich finde diesen Weg des Sterbens jedoch sehr privat und intim und würde ihn nicht ins Netz sezen. Für Angehörige die die verschiedenen Wege des sterbens kennenlernen wollen finde ich es auch sehr hilfreich zu erfahren wie es geschehen kann,auch mt allen schlimmen Sachen,aber all denen will ich nochmal sagen das es wirklich auch friedlich,ohne kotzen u.s.w. still geschehen kann. LG Heike
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gekämpft, gehofft und doch verloren MEIN ENGEL *24.02.1969 + 30.03.2010 ![]() IN HERZ UND GEDANKEN FÜR IMMER BEI MIR DEINE NULPE |
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#63
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@Anette P,
erst einmal würde es mich mal persönlich interessieren, wen Du nun "anschreibst"! Weshalb ist es nötig sch Hilfe zu holen? Weshalb wird der Sterbeprozess derart unnatürlich dargestellt, dass man meint ihn nicht verkraften zu können? DEINE Wortwahl! Vielleicht, weil man nicht täglich mit demThema "sterben" konfrontiert wird? Seit 28 Jahren bin ich Krankenschwester, habe so manchen Sterbenden und deren Angehörige begleitet und weiß genau deshalb, welche Schmerzen dieses bei den Angehörigen auslöst, inzwischen leider auch aus eigener Erfahrung. Die Schilderung Deiner "Lehre", inzwischen nennt es sich Ausbildung, wie lange ist diese her? Noch nie habe ich erlebt, dass sterbende Menschen in eine "Abstellkammer"verbannt wurden.Jedenfalls nicht im Krankenhaus. Im Gegenteil! Privatpatienten, mit Anspruch auf ein Einbettzimmer, mussten ihr "Domizil" verlassen, damit ein sterbender Mensch würdevoll Abschied nehmen konnte von seinen Angehörigen. Die Privatpatienten hatten auch immer vollstes Verständnis, nie gab es Ärger. Lieber Stefan, dass Du nicht alle Deine Gedanken öffentlich preis gibst, ist mir vollkommen klar und absolut verständlich! Als meine Mutter an Lungenkrebs erkrankte, erhielt zur gleichen Zeit mein Mann seine Krebsdiagnose. Ansatzweise habe ich hier im Forum versucht meine Ängste zu beschreiben, aber so ganz klar ausdrücken konnte ich sie scheinbar nicht. Wie kann man seine Gefühle vermitteln, wenn man sie selber noch nicht einordnen kann? Das Du Hilfe hast, freut mich! Alles Gute wünsche ich Dir! Herzliche Grüße Sanne |
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#64
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Hallo Heike,
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Was mich "verfolgt" bzw. was ich als ausgepsprochen negative Erinnerung wohl über lange Zeit nicht vergessen werde: wie es war, als meine Frau in der Klinik war, es ihr richtig schlecht ging, und sie nur immer wieder sagen konnte: "Holt mich endlich hier raus!". Und ich nichts für sie tun konnte, ausser völlig verkrampft daneben zu hocken und versuchen ihr zu erklären, aus welchen blöden formalen Gründen das jetzt eben noch nicht geht. DAS war richtig schlimm zu erleben. Ohnmacht und Hilflosigkeit. Nicht das "unschöne" Sterben Zuhause. Aber da hat sicher jeder andere Dinge, die für ihn schlimm oder (un)erträglich sind. Und das ist ja auch gut so. Viele Grüße, Stefan |
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#65
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Hallo alle zusammen,
wie ich ja schon geschrieben habe ist mein Papa auch Zuhause gestorben. Es war sein Wunsch den wir ihm mit allen Mitteln versucht haben zu erfüllen. Es ging aber auch nur weil ich mit meiner Familie mit meinen Eltern in einem Haus wohnen und wir so Tag und Nacht da waren. Meine Mama hätte es glaube ich alleine nie geschafft......sie hat es mal erwähnt.....sie war auch am Schluß total erschöpft....auch kam morgens und abends ein Pflegedienst der meinen Papa gewaschen und angezogen hat. Wir hatten ein ganz tollen Hausarzt der uns sogar seine Privatnummer hinterlassen hat...wir konnten ihn Tag und Nacht anrufen. Muß dazu sagen das er auch betreuender Arzt von einem Hospitz ist. Mein Papa hat uns nach seinem letzten Krankenhausaufenthalt im September gesagt ( er war dort wegen einer Lungenentzündung) das er nie mehr in ein Krankenhaus will. Als er zwei Monate später wieder eine Lungenentzündung bekam standen wir vor einer schweren Entscheidung.....wir haben ihm seinen Wunsch erfüllt. Ihm ging es davor schon laufend schlechter und unser Hausarzt hat auch gemeint das sie im Krankenhaus nichts Gutes für meinen Papa tun können...er war zu schwach. Die Vorstellung ihn an Schläuchen zu sehen konnten wir nicht ertragen und er wollte es so auch nicht. Es hat dann vier Tage gedauert bis er eingeschlafen ist.....am zweiten Tag dachte ich er hat sich erholt er war ansprechbar hat gar nicht mehr gehustet wollte nicht schlafen und hat viel geredet. Es war aber wohl nur ein letztes aufbäumen. Mein Papa hatte ca zwei Wochen bevor er starb viel geträumt.....er hat von einem Tunnel geträumt in dem Menschen sind und ihn rufen...am Ende vom Tunnel war es hell. Diesen Traum hat er fast jede Nacht geträumt.....Seid dem glaube ich das nach dem Tod nicht alles vorbei ist und wir uns alle wiedersehen werden. Im Grunde ist es doch aber auch egal wo unsere Angehörigen sterben...wichtig ist doch nur das wir sie nicht allein lassen und ihnen das Gefühl geben geliebt zu werden egal wo wir sind. Es gehört auch eine Menge Mut dazu sich einzugestehen das man mit der Pflege überfordert ist. Wir hatten so viel Hilfe auch von Nachbarn und Freunden...manch anderer hat dies nicht und muß allein mit der Pflege zurecht kommen. Ich hoffe ich habe nicht zu durcheinander geschrieben...... Katrin
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Mein Papa ![]() ![]() ![]() ![]() 22.02.1950 - 02.11.2008 Ich werde dich immer lieb haben.......du fehlst mir so! **************************************** |
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#66
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Hallo an alle,
auch ich habe erkannt, dass es das Wichtigste ist, dass der Sterbende dort ist wo er aufgrund der Erkrankung entsprechend seiner Bedürfnisse versorgt wird. Ob zu Hause, Heim, Hospitz, ist denke ich, nicht so wichtig. Sind dem Sterbenden zu Hause nicht die allerbesten Möglichkeiten gegeben, ist derjenige in einer Einrichtung sicher besser aufgehoben. Man muss sich auch im Klaren sein, was man als Angehöriger selber überhaupt tragen kann. Nicht jeder kann einem Sterbenden die Hand halten. So individuell das Sterben ist, so individuell sind wir als Angehörige. Wichtig ist jede Art zu respektieren. Herzliche Grüsse Cindy
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Meine geliebte Oma: 04.02.1916 - 22.12.08 ![]() Meine geliebte Mama: 07.04.1950 - 22.01.09 ![]() Menschenleben sind wie Blätter die von Bäumen fallen, all unsere Liebe vermag es nicht zu verhindern... |
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#67
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Mit den letzten Beiträgen schlägt der Thread leider wieder einen Bogen zur allgemeinen Unverbindlichkeit. Das bringt auch den Vorteil, dass der Prozess des Sterbens aus der öffentlichen Diskussion herausgenommen werden kann.
Zitat:
Gruß Geske |
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#68
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Liebe Geske,
ich habe deinen letzten Beitrag jetzt mehrfach gelesen und dann noch alle deine anderen in diesem Thread. Ich frage mich jetzt , und hier sei mir bitte nicht böse, was willst du eigentlich. Jeder muss doch für sich selbst entscheiden , was und wie alles machbar ist. Natürlich ist es der Idealfall wenn Angehörige zu Hause sterben dürfen. Aber es gibt eben auch Situationen wo es nicht geht. Ich habe beides erlebt. Mein Stiefvater starb im KH, begleitet von seiner Ehefrau , meiner Schwester und mir, nach einem fürchterlichen Kampf .Es wäre überhaupt nicht möglich gewesen ihn nach Hause zu holen. Meine Schwiegermutter starb 4 Monate später , begleitet von meinem Mann und mir zu Hause. Ganz friedlich und ruhig, nachdem sie sich nochmals bedankt hat........ Was ich dir eigentlich nur sagen möchte, man darf nicht alles über einen Kamm scheren. Und ich habe vollstes Verständniß für Angehörige die sich überfordert fühlen! Liebe Geske, nichts für Ungut und liebe Grüsse Petzi59 |
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#69
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Hier ist ein Austausch von Informationen und Meinungen entstanden, den ich sehr interessant finde.
Jeder hat die Wahl, sich Detailbeschreibungen – oft gepaart mit Trauer, Unsicherheit, Verzweiflung – durchzulesen oder weiterzuklicken. Für diejenigen, die es interessiert, finde ich dieses Thema äußerst gehaltvoll. Ich glaube, dass fast jeder Forumsteilnehmer (Betroffen/Angehörig) schon längst nach dem individuellen Krankheitsbild gegoogelt hat, welches sein Leben grade verändert. Die dort eingeholten Fakten und Informationen sind oft nicht minder schockierend und meist geben diese Quellen keine Möglichkeit des Austausches, um Fragen zu stellen und Ängste loszuwerden. Das Thema Sterben und Tod wird wohl in kaum einem öffentlichen Artikel so beschrieben, wie es die Erfahrung eines Angehörigen/Hinterbliebenen wiedergeben können. Das haben wir hier. Dieses Forum dient dazu, dass Menschen an ihrem Leiden, ihren Erfahrungen und Gefühlen mit einem geliebten Angehörigen nicht psychisch zerbrechen sollen, weil ein derartig spezieller Austausch im Leben fehlt. Hier kann man sich verstanden und gehört fühlen, wenn man über Dinge sprechen möchte, die man persönlich oft nicht auszudrücken vermag. Wir sollten nie vergessen, dass eine lebensbedrohliche Krankheit unser aller Leben verändert hat. Auch meines. Ich bin eines von fünf Kindern meines geliebten Papas, doch das, was ich mit ihm teilen durfte – und dafür bin ich unendlich dankbar – wird für immer mein eigenes, ganz individuelles Erleben bleiben. Für mich hat dieses Forum meine eigene Bedeutung. Hier habe ich gelernt, mich fallen zu lassen mit all dem Schmerz, den ich empfand und noch immer empfinde. Durch die Offenheit vieler lieber Menschen bin ich getragen worden und da angekommen, wo ich heute bin. Der Verlust meines geliebten Papas hat mir ein Stück aus meinem Herz gerissen – aber die Möglichkeit, sich hier respektvoll austauschen zu können, ohne die Hand vor den Mund halten zu müssen, hat mich gestärkt und aufgebaut. Ich kann hier weinen und auch lachen und vielen meiner Mitschreiber geht es ebenso. So unterschiedlich und einzigartig die Menschen und die Krankheitsbilder trotz gleichem Namen sind, so unterschiedlich und einzigartig sind Empfindungen, Ängste und Kraftquellen, Erfahrungen und die mit dem Tod entstehende Verlustbewältigung, die Trauer. Jeder lebt sie anders aus, jeder geht mit ihr anders um – der eine verschlossen oder überspielend, der andere offen und direkt. Nicht alle Menschen haben den Vorteil, in einer Familie zu leben, die intakt ist, in der man verständnis- und liebevoll miteinander umgeht. Ergo haben auch nicht alle Kranken einen ganzen Pulk Familie um sich, die sich sorgen und ihn auf seinem letzten Weg begleiten. Umso wichtiger finde ich Informationen wie die von Stefan, um sich auf Eventualitäten vorbereiten zu können, ohne vor dem plötzlichen Auftreten Angst aus Unwissenheit haben zu müssen. Wer im täglichen Umfeld könnte einem da sonst helfen (ausgen. medizinische Hilfe)? Dieses Forum gibt jedem von uns – egal ob Betroffen oder Angehörig/Hinterblieben - die Möglichkeit, das zu schreiben, was ihm auf der Seele liegt, damit die Ängste und die Trauer, die Wut und die Unsicherheit nicht zum dauerhaften Begleiter werden...
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Alles Liebe. ********************** Papa, für immer in meinem Herzen - 31.12.2007 |
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#70
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Zitat:
Wenn der Level so hoch gehängt wird, dass die Pflege zu Hause nur im "allerbesten Fall" geleistet werden kann, könnten wir uns von häuslicher Pflege fast ganz verabschieden. Solche Vorstellungen haben wenig mit der Realität zu tun. Hier würden pflegende Angehörige nur unter Druck gesetzt und noch mehr verängstigt als sie es ohnehin schon sind. Beste Grüße Geske |
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#71
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Noch einen Nachtrag:
Ich habe den Sterbeprozess meines Mannes hier nicht geschildert, weil in den anderen Beiträgen schon das Wesentliche geschrieben wurde (mir die Beschreibung schwerfallen würde) und die Situation bei uns ziemlich ruhig verlief. Mein Mann wäre mit der realistischen Schilderung seines Sterbens hier im Forum einverstanden gewesen, das hat er mir ausdrücklich gesagt. Er hat als direkt Betroffener auch die Beiträge im Angehörigenforum gelesen und ihn hat es eher geholfen zu erfahren, dass andere Personen ähnliche leidvolle Wege gehen müssen - das solche Situationen zum Leben dazugehören können. Gruß Geske |
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#72
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Hallo alle zusammen,
ich gehöre nicht zu den Hinterbliebenen, sondern schreibe normalerweise bei Krebs bei Kindern.(mein Sohn hat ein Medullloblastom mit wenig aussicht auf Heilung) Ich habe mir nun das gesamte Thema durchgelesen und bin froh darauf gestoßen zu sein. Mir fällt es leichter mit Dingen umzugehen, wenn ich in etwa weiß was auf mich zukommt. Ich neige auch dazu mir eher den schlimmst möglichen Fall auszumalen. Leider gibt es in meinem Umfeld nur meinen Vater ( altenpfleger) mit dem ich solche Dinge wie den Tod offen besprechen kann. Mein Partner hält es da auch eher wie Vogel Strauss. Daher nochmal " Danke " für dieses Thema, es war und ist mir eine Hilfe mir über das kommende Gedanken zu machen. Gruß Annika |
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#73
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Hallo,
ich hätte mir für meinen Lebensgefährten und mich sehr gewünscht, dass er zuhause hätte sterben können. Kann ein Arzt nicht sehen, dass der Mensch kurz vor dem Tod steht? Das würde mich mal wirklich interessieren. Mir jedenfalls wurde nichts davon gesagt und das belastet mich. LG Maria |
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#74
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Hallo,
eingangs wurde geschrieben, dass das Thema Tod, das Sterben an sich, in unserem Land stark tabuisiert wird. Also angesichts dessen, wie man so miteinander umgeht, wie man über dieses sensible Thema hier schreibt und diskutiert, finde ich das auch nicht weiter verwunderlich. Ich habe zu dem Thema auch meine ganz persönliche Meinung. Ich denke, dass das Sterben ebenso einer Individualität unterliegt, wie das Leben, jeder Krankheitsverlauf, jedes Dasein an sich. Und selbst wenn es von den rein medizinischen Vorgängen her, genauso sein würde wie bei Frau/Herrn XY, so ist die Situation und mein persönliches Umgehen damit, wenn es meine Mutter irgendwann betrifft, ein völlig anderes. Insofern hilft es mir als Angehörige im Vorfeld nicht, wenn ich lese, wie sich jemand zu Tode gequält hat oder persönliche Wege und Erfahrungsberichte aufgezeigt werden. Was allerdings nicht heißen soll, dass ich das kritisiere oder persönlich nicht gutheiße, dass ein solcher Austausch stattfindet. Wiegesagt - ich zeige mit meinem Kommentar nur auf, was ich daraus ziehen kann. Sterben kann sicher ganz verschieden sein. Ich für meinen Teil möchte alles richtig machen. Alles richtig zu machen heißt in meinem Fall, dem zu folgen was meine Mutter möchte. Kürzlich sprachen wir über das Thema, und meine Mutter äußerte sich dahingehend, dass sie, solange es "vertretbar" ist, zu Hause sein möchte. Auch darin liegt wieder eine Individualität. Wir werden situationsbedingt bestimmte Entscheidungen treffen müssen. Ich für meinen Teil stelle fest, dass nichts wirklich planbar oder vorhersehbar ist. Ich kann mich nicht wirklich auf diese Situation vorbereiten. Manche Schilderungen die hier gemacht wurden, finde ich insofern abschreckend, als dass aus meiner Sicht auch während des Sterbeprozesses bzw. nach dem Tode, die Privatsphäre nicht automatisch endet. Dann wird beschrieben, ich benutze mal die Wortwahl "obenraus und untenraus". Es ist nicht so, dass meine Fantasie nicht ausreichen würde, um mir bildlich vorzustellen, wie jemandem das passiert. Es ist nur abschreckend, dies vor dem imaginären Auge zu tun, wenn man jemanden Fremden davorhat. Insofern finde ich solche Schilderungen unangebracht, wenn es anderen Menschen etwas mit auf den Weg geben soll. Sollte sich eine solche Situation ergeben bei einem nahestehenden Menschen, bei dem Menschen wegen dem man hier schreibt, und den man liebt, ist die Perspektive doch wieder eine völlig andere. Gleichzeitig auch die Bereitschaft damit umzugehen. Das Einzige, was ich inständig hoffe ist, dass sich dieses "über sich hinauswachsen" und "ungeahnte Kräfte entwickeln" zu gegebener Zeit auch bei mir einstellen wird, in unserer eigenen, individuellen Situation. Liebe Grüße und alles Gute Euch allen Annika |
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#75
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Hallo Geske,
natürlich kann Anette oder jeder sonst hier seine Meinung offen schreiben,nur finde ich sollte dabei keiner persönlich angegriffen werden und vielleicht auch etwas Rücksicht auf andere genommen werden in Situationen in denen man Unterstützung statt Stiche braucht. Dies hat Anette leider vermissen lassen und das finde ich unangebracht. Ich habe hier auch schon öfters meine Meinung vertreten die vielleicht nicht der von anderen entsprach,jedoch nicht ohne damit jemand zu verletzen. Leider ist dieser Thread vollkommen abgetrifftet in meinen Augen,deshalb werde ich mich nicht mehr hier äußern. Mit dem ursprünglichen Threadthema hat dies hier nicht mehr viel zu tun. LG Heike
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gekämpft, gehofft und doch verloren MEIN ENGEL *24.02.1969 + 30.03.2010 ![]() IN HERZ UND GEDANKEN FÜR IMMER BEI MIR DEINE NULPE Geändert von heike_mike (16.01.2009 um 14:07 Uhr) |
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