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Alt 12.01.2012, 10:58
Nela01 Nela01 ist offline
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Registriert seit: 23.12.2011
Beiträge: 11
Standard AW: Diagnose Krebs – und ganz allein!

Liebe Aurel81,

vielen Dank für deine Worte.
Ich habe den Bericht über deine Mama gelesen und du sprichst mir dort ganz oft aus der Seele. Es tut mir unheimlich leid, dass deine Mutter nicht mehr bei dir ist.

Ich hab auch schon nach ambulanten Pflege- und Hospizdiensten gesucht und denke, dass ich sowas in Anspruch nehmen werde. An ein richtiges Hospiz mag ich nicht denken. Eigentlich mag ich an das alles nicht denken, aber was bleibt mir bei der Diagnose anderes übrig?

Gerade eben habe ich erfahren, dass meine Mama in eine neurochirurgische Klinik verlegt wird. Dort wollen sie versuchen, den durchtrennten Nerv zu rekonstruieren. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll, denn das bedeutet gleich zwei schwere Operationen innerhalb einer Woche. Außerdem habe ich gelesen, dass es etwa zwei Jahre dauert, bis ein durchtrennter Nerv wieder einigermaßen funktionstüchtig ist – vorausgesetzt die OP klappt überhaupt. Dazu ist auch bestimmt eine Menge Krankengymnastik nötig und ich glaube kaum, dass meine Mutter neben der Chemotherapie die Kraft dazu haben wird. Andererseits leidet sie extrem unter dem gelähmten Bein und möchte sich total gern wieder bewegen können. Im Prinzip wäre es schon toll, wenn man zumindest eine Teilbeweglichkeit wieder herstellen könnte. Aber ich frage mich, ob sie bei einem so ausgedehnten T4-Tumor, mit Wachstum in die Muskeln und Nerven, überhaupt noch die Zeit für den Heilungsprozess haben wird. Mir macht der verfluchte Krebs momentan wahnsinnige Sorgen. Wenn sich die Chemo jetzt durch die zusätzliche OP verzögert, ist das mit Sicherheit sehr schlecht. Aber leider kann die Nervennaht nicht warten – entweder jetzt oder nie. Oh Mann, ich weiß echt nicht mehr weiter!

Natürlich ist mir klar, dass es nun mal der Lauf der Dinge ist, dass Eltern eines Tages nicht mehr da sein werden. Aber leider bin ich gerade in einer Situation, in der ich damit maßlos überfordert bin. Denn eigentlich müsste ich mich dringend um meine berufliche Selbstständigkeit kümmern, doch mir fehlt total die Energie dazu. Genauso wie zur Partnersuche. Ich stehe vor einem riesengroßen Trümmerhaufen und hab noch nicht mal jemanden, der sich um meine Tiere kümmert, wenn ich nicht da bin. Bisher hat das immer meine Mutter gemacht. Wenn ich nun auch noch die Tiere verliere, hab ich wirklich absolut gar nichts mehr!
Irgendwie hätte ich im Augenblick große Lust dazu, mich vor einen Zug zu schmeißen.

LG Nela
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