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Alt 17.07.2014, 02:30
Deccialfam Deccialfam ist offline
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Registriert seit: 20.01.2014
Ort: Essen
Beiträge: 15
Standard AW: Ausweglos

Hallo prchance,

man KANN mit einer solchen Situation alleine fertig werden, MUSS es aber zum Glück heutzutage nicht mehr. Soll heißen: jeder reagiert anders. Was der eine alleine schafft und alleine durchmachen möchte, gelingt dem anderen besser mit Hilfe (wobei diese Hilfe aus der Familie, einem Forum, einer Selbsthilfegruppe, dem Kollegenkreis, etc. kommen kann).
Deine Frau ist nun leider in einem Zustand, in dem sie am besten in einem Pflegeheim aufgehoben ist. Frag doch dort einfach einmal nach: die Pflegekräfte kennen Hilfsangebote für Angehörige in eurem Ort (an die unsereins in einer sochen - verzweifelten - Situation gar nicht denkt).

Mein Mann starb an/durch/mit Krebs und hatte in den letzten Wochen seines Lebens auch nicht mehr NUR wache Momente (ebenfalls wegen Morphingabe).
Heute, ein halbes Jahr nach seinem Tod, tröstet mich die Gewissheit, die Zeit in seinen wachen Momenten - für uns - bestmöglich genutzt zu haben (durch Blicke, Gespräche, Berührungen). In dieser Zeit wollte ich für mich keine Hilfe, weil meine "Hilfe-Zeit" gemeinsame Zeit mit meinem Mann gekostet hätte. Aber DAS war mein Abwägen, und jeder muss für sich selbst den bestmöglichen Weg finden, alle Ansprüche, die er erfüllen möchte, erfüllen zu können. Wenn du Hilfe in dieser Zeit benötigst (und DAS ist KEIN Zeichen von Schwäche!) gibt es sie - nur leider muss man sie sich oft selbst suchen ...

Frag einfach mal in dem Pflegeheim deiner Frau nach. Du kannst auch bei der Caritas nachfragen, bei eurer Krankenkasse ...
Und manchmal kann man auch Glück haben, dass, wenn man von Nachbarn, Kollegen, etc. gefragt wird, wie es einem geht und man ehrlich ein paar Sätze zu seinen Sorgen ausspricht, sie für einen da sind ...

Ich wünsche euch weiterhin ganz, ganz viel Kraft! Seit 14 Jahren macht ihr beiden diese Sorgen und Ängste mit ... Es ist schrecklich und "ungerecht", ja, ABSOLUT!, aber es hilft euch dieser Gedanke nicht weiter. Es wird wohl auf "Aushalten" und "irgendwie Weitermachen" hinauslaufen.

Ich schicke euch freundliche Gedanken ...

Übrigens: unsere Ehe ist noch längst nicht zu Ende, mein Leben aber ebenfalls nicht: mein Leben geht weiter, und in Gedanken ist immer meiner Mann an meiner Seite. Um genauer zu sein: mein verstorbener Ehemann hilft mir sogar, mein Leben irgendwie weiterzuleben ...
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