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Alt 04.06.2003, 22:54
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Standard Engel

Hallo Ihr alle,
Nöh, Tanja, das war bestimmt nicht bös; schön, zu hören, daß andere es spüren, wie sehr hier alle mit ihren Engeln gelitten haben und ich hoffe, daß meine Mutter auch jetzt noch spürt, wie sehr ich sie liebe und daß ich ihr für alles, was sie je für mich getan hat, so dankbar bin!

Wahrscheinlich, oder eigentlich bin ich mir da ganz sicher, wächst die Liebe zwischen zwei Menschen, die in solchen Grenzsituationen stecken, ziemlich stark. Manche Dinge, weswegen man sonst gestritten hatte oder die man vorher für "wichtig" hielt, sind auf einmal sowas von egal, weil nur noch wichtig wird, daß der kranke Mensch, den man so sehr liebt, weiterlebt. Da klammert man sich an den anderen und weiss doch, im Grunde genommen, daß das ein Klammern auf Zeit ist. Nur, die Hoffnung ist immer da, und kommischerweise habe ich das Gefühl, ich könnte immer noch was ändern, als ob ich meiner Mutter jetzt noch helfen könnte, gesund zu werden.

Vielleicht hat uns das alle für immer verändert, vielleicht ist das grösste Problem, damit klar zu kommen, daß man selbst plötzlich jemand ganz anderes ist. Wir vermissen alle jemanden, mit dem man eigentlich noch viele Pläne hatte, mit dem man sein ganzes Leben lang gerechnet hatte (naja, natürlich habe ich nicht damit gerechnet, meine Mutter mein ganzes Leben an meiner Seite zu habem, aber zumindest sehr lange...sie war ja auch erst 45)
Und plötzlich steht man alleine da, die Freunde haben sich verändert, die Ansichten auch und die ganzen Löcher, in die man fällt, werden immer tiefer.
Jetzt bleibt nur noch die Erinnerung an die schönen Tage, die schlimmen Monate und die Hoffnung, die einen aufrecht erhalten hat.
Ich bin mir sicher, daß wir alle hier es irgendwie schaffen werden, vielleicht sind wir, weil wir uns hier austauschen ja schon einen riesigen Schritt in die richtige Richtung gegangen?!

Ich hab` heute endlich mal wirklich was für die Uni getan, das tut gut, vor allem, weil ich merke, daß ich es doch noch kann. Morgen geht`s weiter, und irgendwann kann ich dann endlich zu den Schwertwalen nach Kanada. Eigentlich wollten wir, meine Ma und ich, da in diesem Mai hin...sie hatte sich so darauf gefreut...
Ich weiss, daß sie stolz wäre, wenn ich meinen Traum, als Meeresbiologin zu arbeiten, wirklich wahr machen könnte. Und so langsam habe ich wieder Spass an der Sache....;-)

Ich schicke Euch aus meiner kleinen (total überhitzten...) Studi-Bude viele Umarmungen und denke an Euch!

Eure Sandra
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