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  #1  
Alt 04.02.2007, 00:57
Steffan11 Steffan11 ist offline
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Unglücklich Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo@alle
Ich weiss nicht ob dieses die richtige Rubrik ist, nur konnte ich keine passendere finden.
Mein Vater lebt seit gut 2 Jahren mit der Diagnose Rippenfellkrebs (die Ärzte hatten im damals 1,5 Jahre gegeben) und hat schon mehrere Chemos und bestralungen hinter sich (Operation ist nicht mehr möglich).
Mitlerweile bekommt er 3x am Tag hohe Dosen an Morphium und dazwischen noch div. andere Schmerzmittel. Nur helfen diese kaum noch! Mein Vater kann die extremen Schmerzen nur noch im liegen "irgendwie" aushalten da der Tumor bereits zwischen mehreren Rippen durchgebrochen ist.
Nun meine Frage: Er möchte und kann nicht mehr, und möchte auf keinen Fall im Krankenhaus sterben. Gibt es ein Mittel das er selbst einnehmen kann und ihn friedlich und möglichst Nebenwirkungsfrei sicher einschlafen läßt (ich weiss, ist ein heikles Tehma)? Nur soll ich mich halt Informieren!
Schon mal Danke für die Antworten, Gruß Steffan
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  #2  
Alt 04.02.2007, 10:45
magicN magicN ist offline
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Standard AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo Steffan,
in Deutschland ist aktive Sterbehilfe verboten. Wende dich an ein Hospiz, dort wird deinem Vater bestimmt geholfen, damit er möglichst schmerzfrei und in Würde sterben kann. Auch die Angehörigen finden dort viel Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Dein Vater sollte auf jeden Fall eine Patientenverfügung machen, in der er seine Wünsche bezüglich weiterer Behandlungen festlegt, damit ganz deutlich wird, dass er lebensverlängerende Massnahmen ablehnt und er nur schmerzlinderende Medikamente erhält.
Auch wenn es deinem Vater sehr schlecht geht und er wahrscheinlich weiss, dass er bald sterben wird, kann er vielleicht doch noch mit Hilfe von Fachleuten (Hospiz), seine letzten Tage oder Wochen noch ohne Schmerzen und mit Würde verbringen und ihr habt die Möglichkeit euch in Ruhe zu verabschieden. Auch nach seinem Tod werdet ihr vom Hospiz nicht alleine gelassen und bekommt Hilfe um den Verlust zu verarbeiten.
Ich hoffe ihr findet, bald Unterstützung, damit sich der Wunsch deines Vaters nach einem friedlichen Tod erfüllt und er im Kreis seiner Familie diese Welt verlassen kann.
Alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit Nena
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  #3  
Alt 04.02.2007, 11:51
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Standard AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo Steffan,

Tumorschmerzen können den Patienten fast in den Wahnsinn treiben, besonders wenn sie nicht richtig mit den passeneden Mitteln eingestellt werden.
Wie Nena schon schrieb, wäre ein Hospiz eine Anlaufstelle. Oder eine palliative Station in einem KH, wo erfahrene Ärzte auf die Schmerzen eingehen und für zuhause (den Hausarzt oder Onkologen) einen Schmerzplan erstellen. Dein Vater muß nicht auf der Station bleiben, sondern wird nach Einstellung der Medikamente und auf Wunsch nach hause entlassen.
__________________
Jutta
_________________________________________




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  #4  
Alt 04.02.2007, 11:57
Steffan11 Steffan11 ist offline
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Unglücklich AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo Nena
Erstmal Danke für die Antwort. Daß aktive Sterbehilfe in Deutschland verboten ist, ist mir klar. Nur ist es keine aktive Sterbehilfe wenn er ein Mittel aus eigener freier entscheidung einnimmt. Wie schon geschrieben, Mein Vater möchte in keinem Krankenhaus,Hospiz oder ähnliches sterben, sondern Zuhause. Die Ärzte können nach eigenen Angaben nicht mehr helfen. Mein Vater sagt jeden Tag: Warum muß ich so leiden? Wann ist es entlich vorbei? Warum kann ich nicht entlich sterben? Jedes krankeTier wird durch den Tierarzt erlöst und hat ein würdevolleren Tod warum gibt es sowas nicht für Menschen? Und Gesetze hin oder her, das ist Familie und wenn mich mein Vater bittet ihm ein Mittel zu besorgen, werde ich es tun! Gruß Steffan
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  #5  
Alt 04.02.2007, 13:18
Steffan11 Steffan11 ist offline
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Beiträge: 4
Unglücklich AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo Sabine,
Mein Vater bekommt schon die höchsten Dosen an Morphin und Div. Anderen Medikamenten. Er war schon in der Krebsklinik (Div Behandlungen mit Chemo und Bestralung) und es wurde auch schon vor längerem ein Schmerzplan erstellt. Die Behandelnden Fachärzte sagen das sie nichts weiteres machen können und haben meinem Vater empfohlen in eine Sterbeklinik zu gehen wo er stationär bis zum Tod mit Schmerzmitteln "vollgepumpt" wird. Und das möchte mein Vater auf keinen Fall! Mal davon abgesehen das er den Transport dahin vor schmerzen wohl kaum aushalten wird (jeder Klogang ist ja schon eine kaum zu überwindende Hürde). Mein Vater wird zur Zeit Zuhause von einem Arzt betreut (Anruf genügt und er ist da).
Ich sage bestimmt nicht aus Trotz "wenn mein Vater das möchte, besorge ich ihm auch geeignette Mittel". Ich habe da lange drüber nachgedacht und stehe da auch hinter! Es ist halt sein (letzter) Wunsch! Und da ich diesen Wunsch nachvollziehen kann, würde ich im diesen auch erfüllen. Gruß Steffan
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  #6  
Alt 04.02.2007, 16:05
KretaKater KretaKater ist offline
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Standard AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Hallo Steffan,

hier eine ZEIT-Reportage, die den Egon Erwin Kisch Preis erhalten hat: Ich will nur fröhliche Musik
über den begleiteten Freitod.
Ich habe Dir noch eine PN geschickt . . .

Traurige Grüße
Britta
__________________
Der Kopf ist rund
damit das Denken
seine Richtung
ändern kann
. . .
.
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  #7  
Alt 07.05.2007, 11:10
Gini26 Gini26 ist offline
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Beiträge: 7
Standard AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Lieber Steffan, auch mein Papa hatte den Wunsch zu Hause zu Sterben. Wir haben ihm diesen auch erfüllt, das ist ein schwerer schritt aber für mich war es der beste! Frage doch Euren Hausarzt was ihr tun könnt, bitte überdenke deine Einstellung zur Hilfe nochmal,glaub mir ich weiß als Tochter wie das ist. Das sind schwere Entscheidungen die ihr jetzt zu treffen hab.Ich wünsche euch viel Kraft dafür. Fühl dich gedrückt
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  #8  
Alt 30.05.2007, 11:24
Benutzerbild von marjana
marjana marjana ist offline
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Beiträge: 95
Standard AW: Kebs im Endstadium und Suizid

Zitat:
Zitat von Steffan11 Beitrag anzeigen
Mein Vater bekommt schon die höchsten Dosen an Morphin und Div. Anderen Medikamenten. Mein Vater wird zur Zeit Zuhause von einem Arzt betreut (Anruf genügt und er ist da).
Ich sage bestimmt nicht aus Trotz "wenn mein Vater das möchte, besorge ich ihm auch geeignette Mittel". Ich habe da lange drüber nachgedacht und stehe da auch hinter! Es ist halt sein (letzter) Wunsch! Und da ich diesen Wunsch nachvollziehen kann, würde ich im diesen auch erfüllen. Gruß Steffan

Lieber Stefan,

es ist eine beschissene Situation. Für Deinen Vater, für Dich und alle anderen Betroffenen. Die Idee "mein Vater soll in Ruhe zu Hause sterben dürfen" und wenn nicht , dann ...
Ein Hausarzt ist überfordert, ihr als Familie auch. Es gibt Hospize, hier in Frankreich haben sie übrigens den freundlicheren Namen "Häuser der palliativen Medizin". Dort gibt es geschultes Personal, medizinische Vorrichtungen, die Deinem Vater diese letzte Zeit erleichtern werden.

UND Du, sowie die übrigen Deiner Familie, Ihr könnt Euch dann frei von der Sorge um die allgemeine Pflege darum kümmern, ihm diese Zeit so lebenswert wie möglich zu machen. Freunde einladen und und und
Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe es mit meinem Mann durchlebt. Eines Tages konnte ich nicht mehr hier zu Hause für seine Sicherheit garantieren. Ich wollte doch, daß er zu Hause sterben darf ... aber ich konnte nicht 7 Tage jeweils 24 Stunden wachsam sein.

In diesem Haus der Palliativen Medizin erlebte Alain noch viele schöne Wochen. Wenn Du willst, schicke ich Dir per PN ein Bild 4 Tage vor seinem Tod, das Beweiskraft genug hat, um zu zeigen, daß er selbst angesichts des Todes noch viel Glück erlebt hat.

Sein Sohn hat ihm jeden Tag ein in purierter Form excellentes Mal serviert,wir mußten es überwiegend essen, dennoch schätzte es Alain, daran wenigstens zu nippen. Seine Tochter hat ihm aus Büchern vorgelesen. Wir haben einen DVD-Player installiert. Alle Freunde, die es ertragen konnten sind gekommen, um mit ihm zu plaudern. Mit einer Spezialvorrichtung konnte sein empfindsamer Körper noch in einen Rollstuhl und wir haben lange Spaziergänge im Park der Klinik gemacht, stundenlang saß ich im Bad an seiner Seite, was seine Schmerzen besser linderte als alles Morphin, wir hörten gemeinsam Musik ... wir waren eins, wir waren trotz alledem glücklich !

Lieber Stefan,

hilf Deinem Vater diese letzten Tag und Wochen würdig zu erleben, trommele alle Hilfe von Freunden zusammen. Nehmt Abschied in Würde.

Das sage ich Dir als eine, die es durchlebt hat. Es waren noch so viele schöne Wochen bei aller Belastung für uns. Denk noch mal nach über andere Lösungsmöglichkeiten, BITTE !

Wie gesagt, wenn Du mir nicht glaubst, ich schicke Dir gern das Foto.
Ich wünsche Dir viel Mut und Kraft - egal wie Du Dich entscheidest.

Marjana
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