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Alt 30.07.2004, 00:28
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Standard DÄ/MR-Mammographie:Frauen mit erhöhtem BK-Risiko

DEUTSCHES ÄRZTEBLATT ONLINE
29.07.2004
" M E D I Z I N
MR-Mammographie: Vorteile bei Hoch-Risiko-Frauen

ROTTERDAM. Bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko ist die Kernspin-Untersuchung der Brust (MR-Mammographie) der
herkömmlichen Mammographie mit Röntgenstrahlen überlegen. Eine prospektive Vergleichsstudie an Frauen mit einem
Lebenszeitrisiko über 15 Prozent, die jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM 2004; 351: 427-437) publiziert wurde,
offenbart jedoch auch die Nachteile des MR-Screenings: eine erhöhte Rate von falschpositiven Befunden führt zu unnötigen
Nachuntersuchungen und Biopsien.

Zwischen November 1999 und Oktober 2003 rekrutierten sechs Kliniken in den Niederlanden 1 909 Patientinnen mit einem erhöhten
Brustkrebsrisiko. Darunter waren auch 358 Trägerinnen der bekannten Brustkrebsgene, denen heute ein engmaschiges Screening
(als Alternative zur prophylaktischen bilateralen Mastektomie) empfohlen wird. In diesen Risikopopulationen ist die “Magnetic
Resonance Imaging Screening Study” die mit Abstand größte Studie zur Kardinalfrage: Rechfertigt die MR-Mammographie, die
zehnmal teurer ist als die konventionelle Mammographie, den teuren Einsatz, indem sie die Rate der richtig erkannten Tumoren
erhöht?

Auf den ersten Blick ist die MR-Mammographie klar im Vorteil. Die Sensitivität der Kernspin-Untersuchung zur Entdeckung invasiver
Tumoren war mehr als doppelt so hoch wie bei der konventionellen Untersuchung: 79,5 Prozent versus 33,3 Prozent. Die
MR-Mammographie erkannte 19 invasive Tumoren, die mit der Mammographie übersehen wurden bei einer Gesamtzahl von 44
invasiven Tumoren. Doch elf dieser 19 invasiven Tumoren waren kleiner als zehn Millimeter und nur einer war mit einem positiven
Lymphknoten assoziiert.

Es ist deshalb wahrscheinlich, dass die MR-Mammographie die Tumoren früher erkennt. Ob dies für die Frauen von Nutzen ist,
bleibt unklar. Beantworten ließe sich diese Frage nur mit einer prospektiven Langzeitstudie, die eine weitaus größere Fallzahl
erfordern würde. Sicher ist jedoch, dass die konventionelle Mammographie viele Tumoren übersieht.

Nach Angaben im Editorial (NEJM 2004; 351: 497-500) wird bei Mutations-Trägerinnen jeder zweite Tumor mammographisch nicht
rechtzeitig erkannt. Laura Liberman vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York spricht sich deshalb klar für die
MR-Mammographie bei den Hoch-Risiko-Frauen aus.

Der Hauptnachteil der MR-Mammographie ist, dass sie eine Reihe von falschpositiven Ergebnissen produziert, die invasive
Untersuchungen nach sich ziehen. In der Studie wurde die Zahl der unnötigen Nachuntersuchungen verdoppelt (420 versus 207) und
die Zahl der unnötigen Biopsien verdreifacht (24 versus 7).

Liberman vertritt deshalb die Ansicht, dass die MR-Mammographie vorerst auf Mutationsträgerinnen beschränkt bleiben sollte. Ob
weitere Patientinnen mit einem erhöhten Risiko (etwa nach einem ersten Brustkrebs) mittels MR-Mammographie gescreent werden
sollten, müsse derzeit noch offenbleiben. /rme "

Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/ne...k.asp?id=17069
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