AW: Kranke und Angehörige
liebe mona,
ich selbst bin leider eine "hinterbliebene", mein dad ist vor etwa einem monat seinem mesotheliom erlegen. die letzten 10 tage waren wir alle bei ihm, rund um die uhr. als er seinen letzten atemzug tat waren meine ma und ich bei ihm. ich glaube er war sehr froh nicht allein sein zu müssen.
wenn ich bisher nicht sicher war ob ich "familie gründen" möchte, dann bin ich es jetzt. Wenn ich einmal sehr krank werde, möchte ich auch in gesellschaft meiner lieben sein, meiner kinder, die (hoffentlich) meine werte weitertragen, meines partners, der bis zum ende bei mir ist, so es noch so jemanden gibt. auch wenn wir alle sehr sehr traurig sind, es war gut so dass es uns gibt und dass es so passiert ist wie es nunmal war.
die andere frage die dich beschäftigt, ob man es auch allein schafft? ich denke ja. am ende ist jeder irgendwie allein mit seiner krankheit, oder? und sterben muss auch jeder für sich. die hilfe die man geben kann als "angehöriger" ist zwar da und auch gut, aber am ende ist jeder mit sich alleine.
und ob es gut ist, die kranken und die hinterbliebenen in einem forum zu haben? ich weiss es nicht. im mesotheliomforum ist es ziemlich ernüchtern. fast jede Woche verstirbt einer der kranken, deren angehörige im forum geschrieben hatten. was diesen speziellen krebs betrifft ist es einfach entmutigend, weil es noch keiner viel länger als 3 jahre überlebt hat. und so als hinterbliebener fragt man sich bei den anderen foren dann manchmal "was ist denn hieran so schlimm??" (ich weiss dass das shcrecklich egoistisch ist, denn jedem ist sein eigener Berg der höchste, das ist völlig klar. aber man wünscht sich dann eben schonmal man hätte es "nur" mit einem darmkarzinom zu tun). ansonsten ist es schön in diesem Forum dass man sich eben mit anderen austauschen kann, die inderselben lebenssituation sind.
lg (und bitte das o.g. nicht falsch verstehen)
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